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Wohn(t)räume – wie wollt ihr leben?

Berlin. 3711930 Einwohner*innen. Zu viele für zu wenig Wohnraum. Immer mehr Menschen können sich die hohen Mietpreise nicht leisten und suchen nach Alternativen. neverever.me hat einige für euch entdeckt. 

Leben in einer Millionenmetropole kann nicht nur anstrengend sein, vielmehr ist es heute teuer und für eine Vielzahl der dort lebenden Menschen kaum noch finanzierbar. Wer nicht in einer großen Wohngemeinschaft lebt, der wohnt in kleinen 1-Zimmer-Wohnungen. Doch selbst diese sind nach einer Sanierung meist so hoch in ihren monatlichen Kosten, dass mehr als 1/3 des Gesamteinkommens dafür verwendet werden muss.

Wohn(t)raum - wie wollen wir Leben?

Wohn(t)raum – wie wollen wir Leben?

Ab aufs Land, denn da ist alles besser?

Eine neue Studie besagt, dass 35 Prozent der Berliner*innen gern eine eigene Immobilie hätten. Die Naturnähe hingegen ist ihnen nicht wirklich wichtig. Die Hauptstadtbewohner*innen wollen in einem Mehrfamilienhaus wohnen, statt in einem Einfamilienhaus. Doch insgesamt sind laut der Studie zu Wohnraumträumen der Deutschen, die im Umland einer Großstadt lebenden die Glücklichsten. Notwendiges Übel, weil es nicht mehr bezahlbar ist, seinen Wohnsitz in der Stadt zu haben oder ist das Landleben der wahre Wohntraum? Sicher ist, dass die Immobilienpreise niedriger sind und der Wohnraum größer (im Vergleich zu Immobilien in einer Stadt wie Berlin). Doch bevor wir uns mit unserem Umzugswagen auf die Landstraße begeben, sind wir ein paar Jahre älter, in einer festen Beziehung, verheiratet und haben vielleicht sogar schon Kinder. Wer jung (oder jung geblieben) ist und in einem Einpersonenhaushalt wohnt, der bleibt laut Studie länger in der Großstadt. Doch wohin, wenn es zu teuer wird?

Leben auf vier Rädern - der Wohnwagen

Leben auf vier Rädern – der Wohnwagen

Wohnraum auf vier Rädern – Leben wie Peter Lustig

Wohnraum-Alternativen sind kein Trend. Schon immer gab es Menschen, die sich dem „normalen Wohnraum“ entzogen haben und nach einer Möglichkeit suchten und von einem Leben in ungewöhnlicheren vier Wänden träumten. Wer schon als kleines Kind gerne Baumhäuser baute, gerne Zelten ging, der weiß, dass es nicht immer vier gerade Wände sein müssen, um sich wohl zu fühlen. Und ich tippe darauf, dass die folgenden Wände einige von euch aus Familienurlauben kennen und wenn nicht von dort, dann aus einer meiner liebsten Kinderfernsehsendungen der 1990er Jahre: Der Wohnwagen. Schon Peter Lustig wusste in seiner Sendung Löwenzahn, wie man es sich auf kleinstem Raum gemütlich macht – mit Dachterrasse sogar! „Das ist mein Haus“, sagte Peter Lustig. „Es hat vier Ecken, wie jedes anständige Haus, es hat Fenster, eine Tür, eine Türschwelle UND es hat etwas, was andere Häuser nicht haben: Vier Räder! Ein blauer Bauwagen auf eigenem Grundstück mit wildem Unkrautgarten. Heute, mehr als 20 Jahre später, in einer Großstadt kaum vorstellbar. Doch auch in Berlin gibt es heute noch sogenannte Bauwagenplätze. In Berlin Karow findet ihr das Wohnprojekt „Wagendorf“, mit einer Gesamtfläche von 4,9 Hektar der größte Bauwagenplatz Deutschlands. Auf rund 10000 Quadratmeter leben hier heute 75 Erwachsene und 38 Kinder, aufgeteilt in einzelne Wohnflächen je 160 Quadratmeter.

Container-Haus-Boot

Container-Haus-Boot

Nichts für Seekranke

Neben dem Wohnen im Bauwagen, hat sich ein weiterer Klassiker in Fragen alternatives Wohnen etabliert: Das Hausboot. Noch immer selten und nicht überall möglich, ist das Leben auf dem Wasser ein großer Traum für viele. Es muss allerdings nicht immer das altbekannte Boot sein. Das wachsende Verlangen nach anderen modernen Wohnkonzepten bringt stetig neue Ideen hervor. Warum nicht aus einem oder mehreren Schiffscontainern ein Hausboot bauen? So wird aus den eigentlich Transportmitteln für Waren neuer Wohnraum. Wunderschön, aber teuer. Nicht jede Alternative ist auch günstig – zumindest nicht, wenn sie extra designed wird (und das nicht von uns selbst). Ein weiteres Problem: Immer mehr Anlegeplätze werden verboten. Grund dafür sei, dass diese nicht nur den Zugang zum Ufer versperren, auch die Wasserstraßen würden zu eng durch die Hausboote. So wurden bereits 2012 viele Hausbootbesitzer*innen vom Treptower Park über Spandau in den Südosten der Stadt vertrieben.

Ob nun Leben in der Stadt, auf dem Land, im Bauwagen, Hausbooten, oder Tiny-Houses: Das Wichtigste ist, dass ihr euch wohl fühlt. Denn Zuhause ist es eben am schönsten. Und, schon auf der Suche?

 

Stefan ist tapferes Schreiberlein, Stylist und Schöngeist. Seine Vorliebe für die Farbe Schwarz reicht von seinem Kater Jasper über Mode bis hin zum Schwerpunkt seines Kunstgeschichtsstudiums. Er sammelt Docs, hat ein Faible für Bundfaltenhosen, trägt jedoch trotz seines Nachnamens nie eine Uhr.