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Weltbienentag

Wir feiern den Weltbienentag

Seit letztem Jahr feiern wir das kleine fleißige Insekt am Weltbienentag. Ein Insekt, das so wichtig ist für das gesamte Ökosystem, in dem wir leben. Ein Grund mehr, um sich mit dem weltweiten Bienensterben auseinanderzusetzen. Was sind die Gründe für den Artenrückgang?

Um die Bienen steht es nicht gut, das bestätigen weltweit Forscher*innen, die einen Rückgang bei den Bienen und vielen anderen Insektenarten feststellen. Auch in der Gesellschaft und in den Medien hat das Thema Anklang gefunden, so dass sich in Bayern fast eine Millionen Menschen dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ angeschlossen haben und somit den Artenschutz auf die politische Agenda setzen konnten. Die Biene als Sympathieträger und Vorreiter einer gefährdeten Tiergruppe – der Insekten. Keine andere Tiergruppe beinhaltet so viele verschiedene Arten wie eben jene der Insekten und nicht nur die Biene, sondern viele Insektenarten bestäuben Pflanzen und tragen somit zum Erhalt des Ökosystems bei. Einige dienen auch als Futter für andere Tiere wie Fische, Vögel oder Reptilien und bilden somit ein Nahrungsfundament.

Weltbienentag

Bildquelle: Daniel Prudek/ unsplash.com

Gründe für das Bienensterben

Eine aktuelle Übersichtsstudie, die im Journal Biological Conservation erschien, bestätigt den Rückgang von Insektenarten unter anderem auch den der Bienen. Die Wissenschaftler*innen werteten 73 internationale Studien aus  und kamen zu dem Ergebnis, dass 40 Prozent aller Insektenarten weniger werden und sogar ein Drittel vom Aussterben bedroht ist. Es gibt unterschiedliche Gründe für das Bienensterben. Der Gebrauch von Pestiziden in der Landwirtschaft ist ein ausschlaggebender Faktor, vor allem die Neonicotinoide, die das Nervensystem der Bienen angreift. Seit 2013 ist der Einsatz von Neonicotinoiden in der Europäischen Union bei bestimmten Pflanzen wie Mais und Raps verboten. Das sind Pflanzen, die vor allem Bienen anlocken. Letztes Jahr wurde dieses Gesetz verschärft, doch leider scheint dies ein Fass ohne Boden zu sein, denn die nächste Generation der Pestizide steht schon in den Starlöchern. 

Weitere Gründe für das Bienensterben sind die Monokulturen in der Landwirtschaft, da hier der Lebensraum der Insekten zerstört wird, die ohne eine Nahrungsvielfalt nicht überleben können. Der Lebensraum ist ein entscheidender Aspekt, denn durch die zunehmende Bebauung von Wildflächen ist dieser akut bedroht. Die Wildbienen haben es also schwerer als die beliebte Honigbiene, die aus wirtschaftlichen Gründen von Imkern geschützt wird. Letztendlich spielt auch das Klima eine wichtige Rolle, welches durch die Klimaerwärmung starken Schwankungen unterlegen ist. Dadurch haben es die Bienen deutlich schwerer, die Jahreszeiten zu überleben.

Weltbienentag

Bildquelle: sushaaa/ unsplash.com

Was kann das Artensterben verhindern?

Die Art und Weise wie wir Lebensmittel anbauen muss sich drastisch verändern: weniger Monokulturen und vor allem weniger Pestizide dürfen zum Einsatz kommen. Wenn wir den Lebensraum der Insekten zerstören, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Tiere aussterben und mit ihnen das funktionierende Ökosystem.

Weltbienentag – Save the Bees

Es gibt ganz großartige Menschen, die sich ernsthaft Gedanken machen und Vorschläge hervorbringen, um die Bienen zu retten. Dan Harris ist einer dieser Menschen, der etwas Tolles entwickelt hat: Die Bee-Saviour-Karten. Die mit drei Packungen Zuckerlösung ausgestattete Karte passt in jedes Portemonnaie und soll Bienen in der Not helfen. Denn Bienen haben nur eine bestimmte Energiereserve mit denen sie kurze Distanzen zurücklegen können, deshalb sieht man häufiger erschöpfte Bienen auf dem Boden sitzen, die nicht mehr in der Lage sind weiterzufliegen. Hier kommen die Karten zum Einsatz, die ihr einfach auf den Boden neben die Biene legt, damit das Insekt die benötigte Ladung Energie in Form von Zuckerlösung aufnehmen kann. Das Team um Dan Harris hat die gemeinnützige Genossenschaft Bee Saviour Behaviour gegründet, die sich durch Crowdfunding finanziert.

Eine andere tolle Idee hat das Telekom-Start-up BeeAnd.me entwickelt. Funksensoren, die Imker bei der Pflege und Erhaltung ihrer Bienenvölker unterstützen, indem die Sensoren Daten aus den Bienenstöcken sammeln und so rechtzeitig Schäden melden. Durch die kontinuierliche Überwachung kann rechtzeitig Hilfe geleistet werden, bevor das Bienenvolk gravierende Schäden davonträgt. So leistet die Digitalisierung einen wichtigen Beitrag zur Arterhaltung.

Weltbienentag

Bildquelle: sushaaa/ unsplash.com

Weltbienentag

Heute, am 20. Mai, feiern wir dieses kleine außergewöhnliche Insekt, das einen so großes Beitrag zum Erhalt des Ökosystems leistet. Letztes Jahr haben die Vereinten Nationen den Feiertag eingeführt, um auf die Tiere aufmerksam zu machen. Dabei ist der 20. Mai nicht willkürlich gewählt, denn am 20. Mai 1734 ist in Bresniza der slowenischer Hofimkermeister Anton Jascha geboren. Er gilt als Erfinder der ersten Zargenbetriebsweise und war Rektor der weltweit ersten modernen Imkerei-Schule. Außerdem war Jascha Verfasser zahlreicher Bücher über die Bienenzucht und Imkerei. Ein Vorreiter auf seinem Gebiet, der schon damals die Wichtigkeit der Bienen erkannte. 

Wir wünschen euch einen Happy Weltbienentag!

Psssst….auch in Berlin gibt es zahlreiche Imker. Wir haben einen von Ihnen zum Interview getroffen und über die speziellen Bedingungen gesprochen, welche die Bienenzucht in der Stadt mit sich bringt. Hier lest ihr mehr dazu.

Titelbild: Igor Podgorny/ unsplash.com

Eva kam durch Vrenis legendären Flohmarkt zu neverever.me - nach einem Praktikum war klar, hier möchte sie bleiben. Jetzt ist Eva heißgeliebter Bestandteil des Teams. Nachhaltigkeit und Veganismus sind ihre Herzensthemen. Wenn sie nicht bloggt, dann findet ihr sie in der Uni-Bibliothek, wo sie (mal mehr mal weniger fleißig) für ihre Bachelorarbeit recherchiert.