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abmahngate

Darum sind alle meine Insta Posts [Werbung]

Ihr alle fiebert mit mir in meinem Prozess gegen den Verband Sozialer Wettbewerb. Jetzt ist ein erstes Urteil vom Landgericht Berlin da. Dieses ist eine Ohrfeige für jeden Online Medienmacher.

Ich habe mir tatsächlich die einstweilige Verfügung eingefangen, die es mir untersagt, Marken auf Instagram zu taggen, ohne diese Posts als Werbung zu kennzeichnen. Das Gericht erkennt nicht an, dass der Tag eine redaktionelle Handlung darstellt, die dezent angebracht ist, so wie der Herstellernachweis in jedem Lifestyle Magazin. Ab sofort kann ich für jeden Verstoß mit einem Ordnungsgeld belegt werden. Und weil scheinbar nicht nur für den Verband sozialer Wettbewerb jeder meiner Posts Werbung ist, sondern auch für das Gericht, habe ich jedes einzelne Bild als Werbung gekennzeichnet. Gerne erkläre ich es euch im Detail.

abmahnung verband sozialer wettbewerb

Warum bei mir jeder Instagram Post ab sofort mit [Werbung] gekennzeichnet ist…

… weil der Verband Sozialer Wettbewerb mich zur Litfaßsäule abstempelt.

… weil mir vom Landgericht Berlin ein demokratisches Grundrecht streitig gemacht wird, nämlich das der freien Meinungsäußerung zu Produkten, zu Destinationen, zu Dienstleistungen und mehr.

… weil ich und damit auch all meine wunderbaren Kollegen, seien es Blogger oder Magazine, nun unter Generalverdacht gestellt werden, dass jeder einzelne Post kommerziell motiviert ist.

… weil das Landgericht Berlin meint, ich müsste das tun. Das mir vorliegende Urteil trägt aber aus meiner Sicht im Gegenteil maßgeblich dazu bei, dass der Werbebegriff abflacht. Irgendwann gewöhnt ihr euch nämlich daran, dass nun aus Angst alle alles kennzeichnen (das Taggen der Marken, Orte und Freunde lasse ich mir nämlich nicht nehmen). Ihr werdet es in Zukunft wahrscheinlich überlesen, es wird euch schlicht egal sein und eine Differenzierung findet nicht mehr statt. Ist damit das Problem gelöst? Nein.

…weil scheinbar wieder einmal bewiesen sein soll, dass David gegen Goliath verliert.

Ich bin erschüttert

Vorher habt ihr oftmals gar nicht bemerkt, dass Marken auf den Bildern integriert waren, jetzt ist es IN YOUR FACE. Ich finde, das Wort [Werbung] am Anfang eines jeden Postings verleitet euch nun erst Recht dazu, das Bild anzutippen.

Ich bin erschüttert über dieses gänzlich falsche Urteil und hoffe auf eine umfassende und faire Beurteilung in der nächsten Instanz, dem Kammergericht. Es geht hier um meine Existenz, die ein Verband, der es sich leisten kann und dem ein persönliches Schicksal egal zu sein scheint, zerstört. Ich möchte ein faires Urteil, das ab sofort nicht nur den Rundfunkstaatsvertrag und das Telemediengesetz betrifft, sondern auch das Grundgesetz, das über allen anderen Rechtsnormen steht. Ich lasse mir den Stempel [Werbung] nicht für meine persönliche Meinung aufdrücken.

Vreni ist Maître d'Internet, Sinnfluencer und trägt ihr Herz auf der Zunge. Seit fast einem Jahrzehnt bloggt sie sich durchs WWW und widmet sich mit Herzblut auch kritischen Themen in ihrer Branche.