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Vrenitours – Der Wörthersee

Letztes Wochenenede verbrachte ich am schönen Wörthersee (Roy Black lässt grüßen) und natürlich habe euch einige Reisetipps mitgebracht.Ich bestieg einen (kleinen) Berg, rutschte vom höchsten Holzaussichtsturm der Welt und besuchte ein See-Festival, das buchstäblich ins Wasser fiel.

Aber der Reihe nach. Was macht man eigentlich am Wörthersee, wenn man eben nicht die Roy-Black-Büste küssen, Minigolf spielen oder Eierlikör schlürfen will? Da gibt es so einiges. Hier kommen meine 5 evers für den Trip nach Kärnten!

Wanderung zum Pyramidenkogel

Mit dem Schiff geht es nach Maria Wörth (auch genannt: das Herz vom Wörthersee). Dort könnt ihr zunächst einmal die beiden schönen Kirchen am Ortseingang besichtigen, bevor es dann den Berg hinauf geht. Eigentlich ist beim wandern der Weg ja das Ziel, aber in diesem Falle ist es der Aussichtsturm Pyramidenkogel. Dieser beeindruckt nicht nur durch die atemberaubende Aussicht, sondern auch durch seine großartige Architektur und natürlich die höchste überdachte Rutsche Europas, auf der mutige den Abstieg antreten. Mir war danach jedenfalls schwindelig, aber lustig war es allemal! Ihr könnt übrigens auch mit dem Auto auf den Berg, aber die zweistündige Wanderung ist schön und das Gefühl oben ein sehr (verschwitzt) gutes. Im Restaurant gibt’s lecker Schnitzel und andere Schmankerl, so dass ihr auch für den Abstieg bestens gerüstet seid.

Fahrradtour um den Wörthersee

Überall rund um den See könnt ihr Fahrräder leihen. Damit es geht etwa 50 Kilometer um den schönen Wörthersee. Anstrengend ist das nicht, weil die Straße tatsächlich immer unten am See entlang geht und die Fahrradwege easy zum Cruisen einladen! Unterwegs könnt zum Beispiel in Klagenfurt im Seerestaurant lido einkehren und euch mit Pizza und Pasta stärken.

Wörthersee

Altstadt Klagenfurt

Die Altstadt Klagenfurts gleicht keineswegs einem Museum, sondern ist belebter Mittelpunkt der Stadt. Der Lindwurmbrunnen auf dem Neuen Platz zeigt das Wahrzeichen der Stadt, den Lindwurm – einen Drachen. Die Sage habe ich hier für euch in gekürzter Fassung:

Als der Kärntner Herzog von der Karnburg aus das Land regierte, breitete sich dort, wo heute Klagenfurt liegt, ein Moor aus. Die Gegend betrat selten eines Menschen Fuß. Doch auf den umliegenden Bergen wohnten Bauern. Wehe aber, wenn sich ihre Tiere zu nahe an das Sumpfgebiet heranwagten oder sich gar im Moor verirrten – sie kamen nicht mehr zurück.
Im Sumpf hauste ein Lindwurm, ein Drache, geflügelt und von einem schuppigen Panzer bedeckt. Wie ein Pfeil schoss der scheußliche Wurm auf seine Opfer los und verschlang Tiere und Menschen. Weil der Lindwurm immer gefräßiger wurde, ließ der Herzog auf einer erhöhten Stelle am Rande des Sumpfes einen festen Turm bauen. dann wurden Männer gerufen, und der Herzog gebot ihnen, vom Turm aus das Ungeheuer zu erledigen. “Wer den Lindwurm zur Strecke bringt, dem gehören der Turm und das Land ringsum, und er bekommt reichen Lohn. Er soll frei sein, und wäre er nur Knecht!”
Nun taten sich Knechte zusammen. Sie banden einen Stier an eine Kette, an der ein mächtiger Widerhaken befestigt war. Das Brüllen des gefesselten Stieres hallte fürchterlich über den Sumpf und lockte das Ungeheuer aus seinem Versteck.
Mit seinen Krallen stürzte sich der Drache auf den Stier und begann, ihn zu verschlingen. Jetzt drang aber der gewaltige Widerhaken in seinen Gaumen, und wie ein Fisch an der Angel schlug er mit dem riesigen Schwanz wütend um sich. Nun erschlugen die Knechte das Ungeheuer mit Keulen. Das ganze Land war froh, als es von der furchtbaren Plage befreit war. An der Stelle des Turmes erbaute der Herzog ein Schloss. Um das Schloss herum erbauten sie Häuser, und aus jener Ansiedlung soll sich die Stadt Klagenfurt entwickelt haben.
Zum Andenken an den Kampf erhielt die Stadt das Stadtwappen, auf dem der Turm mit dem Lindwurm zu sehen ist. Vor 300 Jahren  stellte man schließlich am Neuen Platz den steinernen Lindwurm auf, dem sein Bezwinger mit erhobener Keule gegenübersteht.

Beeindruckend ist neben dem gewaltigen Lindwurm, der aus dem 16. Jahrhundert stammende Klagenfurter Dom. Von außen recht unscheinbar, überwältigt er im Inneren mit pompösem Golddekor sowie dem knapp 18 Meter hohen Innenraum mit Stuck und Deckenmalerei. Wie in jeder Kirche genieße ich die Stille und gönne mir einen Moment der Ruhe, bevor es wieder in den Altstadttrubel geht.

Ab jetzt lasse ich mich treiben und schlendere ziellos durch die Gassen. Zahlreiche Innenhöfe laden mit kleinen Cafés zum verweilen ein – mehr als achtzig dieser aus dem 16. Jahrhundert stammenden Arkadenhöfe wurden saniert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Teilweise belebt, teilweise habe ich die Orte aber ganz für mich.

Wake the lake

Im Parkbad Krumpendorf findet einmal pro Jahr das „wake the lake“ Festival statt, bei dem ihr Hydro-Bike fahren, Floating-Coffee genießen, Stand-Up paddeln und noch so einige andere Dinge ausprobieren könnt. Auch sonst bietet das Parkbad auf 20.000 qm genug Platz für alle Badefreudigen, dazu Bocciabahn, Beachvolleyballplatz, Rieseneisberg, Schwimminsel, Sprungturm, Tischtennis, Kinderspielplatz, Kinder- und Nichtschwimmerbereich, Hängemattenlounge und – essentiell wichtig – kostenloses Wlan. Leider fiel das „wake the lake“ zunächst wegen eines Gewitters ins Wasser, aber am Ende klarte es auf und diejenigen, die ausgeharrt hatten, wurden mit einer Menge Spaß und Sonnenschein belohnt.

Kulinarik

Nur Produkte, die in Kärnten heranwachsen, reifen und verarbeitet werden, dürfen die Marke Genussland Kärnten führen. Das gilt für Fleisch und Milchprodukte bis hin zu Obst, Gemüse und Getreide. Ob Kärntner Hauswürstl, ein 5-Gänge-Fisch-Menü mit frischen Exemplaren aus dem Wörthersee, echter Kärntner Reindling (Napfkuchen) oder die anschließende Schnapsverkostung, kulinarische Gelüste können hier voll ausgelebt werden (in Österreich ja sowieso!). Weintechnisch hat Kärnten ebenfalls so einige Perlen zu bieten, wie ich bei einem Menü mit Weinbegleitung erfahren durfte (mehr Info hier).

Natürlich hat Kärnten noch sehr viel mehr zu bieten, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen. Ich wollte euch Lust auf diese wundervolle Region machen und hoffe, das ist mir gelungen. Weitere Infos findet ihr auf der Website von Kärnten.

Und jetzt: Servus, Baba, pfiats eich!

Vreni ist Maître d'Internet, Sinnfluencer und trägt ihr Herz auf der Zunge. Seit fast einem Jahrzehnt bloggt sie sich durchs WWW und widmet sich mit Herzblut auch kritischen Themen in ihrer Branche.