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Voll keto – Trend oder gesunder Lifestyle?

Bulletproof-Coffee? MCT-Öl? Voll Keto! Noch nie gehört? Oder noch nicht getraut zu testen? neverever.me war bei simplyketo zu Besuch und klären euch auf, was es mit der Ernährungsweise auf sich hat. 

Ketogene Ernährung. Durch Zufall in unseren „Gelben Seiten 2.0“ – also bei Instagram –  entdeckt und kurze Zeit später besucht. Bereits seit drei Jahren betreibt das junge Paar aus München ein Café in Berlin Mitte. Handelt es sich um einen Ernährungstrend, gesunden Lifestyle oder aber eine Diät, die den Hunger reduzieren soll? Wir haben uns mit Alex und Robert von simplyketo getroffen.

Ketose als alternativer Stoffwechsel

Was genau ist eigentlich keto? Es ist der Metabolismus der Fettverbrennung. Unser Körper hat zwei Modi, in denen er funktioniert und durch die er Energie gewinnen kann. Zum einen gibt es den – sozusagen klassischen – Glukosestoffwechsel. Neben diesem existiert als Alternative die Ketose. „Wir werden in Ketose geboren, es ist also ein super natürlicher Stoffwechsel“. Sind die Kohlenhydrate unserer Speisen niedrig und der Blutzuckerspiegel senkt sich, dann sucht unser Körper nach einer anderen Art der Energieversorgung: die Ketose.

Mehr Energie mit Keto – Der Körper wird zum „Supertanker“

Ketogene Ernährung ist bei Leistungssportlern schon lange beliebt. Warum? Unser Körper verfügt über Fettreserven in Form von 40.000 Kilokalorien. Nicht immer sichtbar auch zwischen den Geweben, sind wir ein „Supertanker“, der im Ketose-Modus einen großen Energiespeicher hat. Bei einer kohlenhydratreichen Lebensweise hingegen, verfügt der Körper über eine Reserve von 400 Kilokalorien – gespeichert in unseren Nieren. Sind diese verbraucht, legt unser Gehirn den Schalter auf den Modus „hangry“ um. In Ketose leben, bedeutet somit konstant Energie zu haben.

Wie ernähre ich mich aber ketogen? Anfänglich eine meist große Umstellung, denn zu Beginn sollen nicht mehr als 20 Gramm Kohlenhydrate am Tag verzehrt werden. Warum so wenig? Alex führt hierfür einen kleinen Vergleich an: „In der Grundschule warst du der beste im Flötenspiel. 30 Jahre später, ohne jemals wieder gespielt zu haben, sollst du ein Konzert geben!“ Unser Körper muss üben. Üben in den Zustand der Ketose zu geraten. Neben der Low-Carb Ernährung ist  es auch eine möglichst zuckerfreie. Keine Panik, Kuchen und Eis gibt es trotzdem. Gesüßt wird mit Xylit oder Erythrit.

Frühstück? Salami-Pizza? Salat-Bowl? Aber klar, und das alles á la keto.

Frühstück? Salami-Pizza? Salat-Bowl? Aber klar, und das alles á la keto.

Unverträglichkeiten gehören der Vergangenheit an

Bei uns kam schnell die Frage auf, wie man eigentlich zu ketogener Ernährung kommt? Koch oder Köchin? Ernährungswissenschaftler*in? Nein, damit liegen wir ganz falsch. Robert ist studierter Geograph. Es war der Trainer seiner ehemaligen Trainingsgruppe, der ihm die Welt des Keto-Foods näher brachte. Alex hat neben ihrer Arbeit in der Modebranche auch Modedesign studiert und lebte früher low-fat und vegan. „Ich hatte neun Jahre Verdauungsbeschwerden und habe über diese Jahre extrem viele Allergien entwickelt“. Ihr Speiseplan aus viel Soja und super vielen Früchten, gab ihr das Gefühl sich gesund zu ernähren. Müdigkeit oder die Gluten- und Fructose-Unverträglichkeiten habe sie damals noch nicht auf ihre Ernährungsweise zurückgeführt. Ihre Allergien, Verdauungsprobleme, die häufige Müdigkeit, all das gehört heute der Vergangenheit an. Vegan lebt sie heute nicht mehr – was spätestens der Bacon auf der Bowl, die wir aßen verraten hatte. Warum? Da hat Alex eine ganz klare Antwort: Weil es ihr nicht gut tat! Und dies ist ein sehr wichtiger Satz. Egal um welche Ernährung es sich handelt, das wichtigste ist, dass euer Körper sie verträgt, es euch gut geht und ihr euch wohl fühlt. Milchprodukte hingegen, sind nach wie vor von Alex Speiseplan verbannt – außer Butter. Und auch hier, weil sie selbst merkt, dass es ihrem Körper besser geht, wenn sie darauf verzichtet.

Aber dennoch soll bemerkt werden, dass all dies nicht für den Verzicht stehen soll. Es geht darum, dem Körper das zu geben, was ihm gut tut. Es soll keine Diät darstellen, auch wenn viele „Ketoianer*innen“ zu ihrer neuen Ernährung über die Gewichtsabnahme gefunden haben.

Naschkatzen und Naschkater können durchatmen: Keto kann auch süß!

Und wie sieht es aus mit einem Lieblings-Keto-Gericht? Wenn es bei Alex einmal schnell gehen muss, dann gibt es Ei, Brokkoli mit Butter und Salz. Bei etwas mehr Zeit darf es eine riesen Schüssel Salat mit gebratenem Gemüse, Avocado, vielleicht ein wenig Bacon und etwas Fruchtigem sein. Robert hingegen ist großer Fan der hauseigenen Pizza – neben dem Weidenrindgulasch. Der morgendliche Kaffee wird nicht mit Milch sondern schaumig gerührt mit Butter und MCT-Öl getrunken. Ein Bulletproof-Coffee, der Energielieferant für den gesamten Tag. MCT-Öl selbst ist ein Extrakt auf Kokosnussöl und wird in der ketogenen Küche fast überall eingesetzt, denn auch hier weiß man: Es ist gut für unser Gehirn, für unsere Leistung. Wir selbst waren sehr begeistert von unserem Essen und wurden danach noch zu Naschkatze und Naschkater und testeten ketogenes Schokoladeneis und Maracuja-Cheesecake. Willkommen im Naschhimmel des guten Gewissens! Wie wurden „ketogenisiert“. Wie viel keto steckt in euch?

Für diejenigen, denen es schwer fällt, sich ihren neuen Ernährungsplan selbst zu erstellen, die dürfen sich an simplyketo wenden, Alex hat ein Buch voller Rezepte für die ersten 30 Tage zusammengestellt. Wer schon loslegen will, der kann in das Café in Berlin Mitte, alle Rezepte online finden oder direkt im Online-Shop bestellen.

Stefan ist tapferes Schreiberlein, Stylist und Schöngeist. Seine Vorliebe für die Farbe Schwarz reicht von seinem Kater Jasper über Mode bis hin zum Schwerpunkt seines Kunstgeschichtsstudiums. Er sammelt Docs, hat ein Faible für Bundfaltenhosen, trägt jedoch trotz seines Nachnamens nie eine Uhr.