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Research on Stage – 8 Forscher, 8 Storys

Forschung ist die beste Medizin. Ich durfte bei Research on Stage spannenden Erfolgsstorys lauschen, die sich mit der Heilung von Krebs, HIV, Ebola und mehr beschäftigten.

Research on Stage – Einzigartige Forschung

Der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) lud letzte Woche zum Forschungsabend im Kino International in Berlin. Acht Forscherinnen und Forscher, die in einem der 42 vfa-Unternehmen beschäftigt sind, berichteten hier von ihrer Arbeit. Ich möchte euch heute drei Geschichten weitererzählen, die mich besonders beeindruckt haben. Wenn ihr auch die restlichen Forscher kennenlernen wollt, besucht Research on Stage – hier gibt es noch mehr spannende Einblicke.

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Irgendwann kommt der Tag, an dem jede Erkenntnis zählt.

Dr. Nkacheh Atenchong (sprich wie engl. „Attention“) hilft seiner Mutter bereits als kleiner Junge in ihrem Labor. Jeden Morgen um 7 Uhr empfängt er die Patienten. Das Labor seiner Mutter besteht aus einem Stuhl, einem Tisch und einem Mikroskop. Einmal pro Woche kommt Jaqueline und gibt Blutproben ab. Manchmal bringt sie ihm Süßigkeiten mit. Eines Tages kommt er nach Hause, die Mutter sagt ihm, Jaqueline lebt nicht mehr. Das ist sein Schlüsselmoment. Mit 17 kommt Atenchong nach Deutschland, studiert Mikrobiologie und promoviert über Ebola.

Er tritt für Beharrlichkeit ein, trotz anfänglicher Zweifel, seinem Forschungsfeld treu zu bleiben. 2014 kommt es zu einem schlimmen Ebola Ausbruch. Mit einem Mal ist sein Wissen gefragt, es erfolgt eine Initiative zur Entwicklung eines Impfstoffes. Seit 2015 arbeitet Atenchong bei der weltweit ersten Produktionsstätte eines Ebola-Impfstoffs.

https://youtu.be/OqNvnL-KEls

Bis 2030 wollen wir HIV-Forscher, dass unser Feld Geschichte ist.

Prof. Dr. Jan van Lunzen gilt mit über 25 Jahren Behandlungserfahrung als einer der führenden HIV Spezialisten Deutschlands. Er kommt als Medizinstudent mit dem Thema HIV schon in Kontakt, bevor es weltweit bekannt wird. 1985 arbeitet er an einem kleinen Krankenhaus in Kenia. Er ist beeindruckt von der Empathie und den Methoden der Menschen dort. Viele Patienten können sie dennoch nicht behandeln, weil schlicht die Werkzeuge fehlen. Damals spricht man noch von der Slim Desease – eine Krankheit, die vollkommen unerforscht ist und alle Altersgruppen betrifft.

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Nach seinem Studium am Tropeninstitut in Hamburg begegnet ihm die Krankheit wieder – jetzt kann sie aber diagnostiziert werden. HIV ist eine schmuddelige Erkrankung, Patienten werden stigmatisiert. Die Forscher versuchen, die Infektionen zu mildern – die Ursache kann aber nie behandelt werden, nur die Symptome. 1987 gibt es erstmalig ein Mittel gegen HIV. Der Erfolg ist jedoch nur von kurzer Dauer. Das Virus mutiert und wird resistent.

Noch vor einigen Jahren müssen HIV Patienten 25-30 Tabletten am Tag nehmen. Die einen mit Nahrung, die anderen ohne, manche zur Nacht. Der ganze Tag ist von Medikamenten geprägt. Mitte der 90er Jahre kommt der Durchbruch. Verschiedene Medikamente werden verbunden, die das HI Virus von verschiedenen Seiten angreifen. Heute müssen Infizierte nur noch eine Tablette nehmen und sind nicht mehr ansteckend. Das bedeutet auch, dass HIV positive Mütter kerngesunde Kinder zur Welt bringen können.

Ein unglaublicher Erfolg. Prof. Dr. van Lunzen will aber noch mehr: „Diese eine Tablette ist noch zu viel, wir wollen es heilen können.“

https://youtu.be/nY0-BGLHVOI

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Traumberuf: Profi Puzzle-Spielerin

„Als Erwachsener vergisst man völlig, wie oft man als Kind ein Puzzle aus Frust auf den Boden geworfen hat.“ Dr. Charlotte Christine Kopitz will als Kind professionelle Puzzlespielerin werden. Ihre Faszination gilt der Suche nach Problemlösungen, sie wünscht sich von ihrem späteren Beruf, dass ihr Gehirn immer Arbeit hat.

Über Insektenlarven im Biologiestudium kommt sie zu menschlichen Erkrankungen in der Autoimmunforschung. Auch hier puzzelt sie an den richtigen Zusammensetzungen – und es lohnt sich: Sie entwickelt einen neuen Therapieansatz im Kampf gegen Tumore. Dabei wird ein Antikörper von Tumorzellen aufgenommen. Was diese Zellen jedoch nicht rechtzeitig bemerken: Der Antikörper ist mit einem Gift gekoppelt, das im Tumor freigesetzt wird und ihn zerstört.

https://youtu.be/hLFuMpoQd9c

Eines Tages kommt ein Kollege zu ihr und sagt: „Weißt du eigentlich, dass es fünf Patienten gibt, die deswegen noch leben, weil du das Medikament mitentwickelt hast?“ Das ist ihr Antrieb. Puzzeln zum Nutzen von Patienten.

Das sind nur drei der acht unglaublichen Geschichten. Die Forschung kann unglaubliches zu Tage bringen. Für mich war es einmalig, die Forscher selbst auf der Bühne zu sehen und ihre persönliche Motivation zu hören. Ich freue mich, wenn Research on Stage weitere Veranstaltungen anbietet und uns noch mehr spannende Erfolgsgeschichten in der Medizin erzählt.

Vreni ist Maître d'Internet, Sinnfluencer und trägt ihr Herz auf der Zunge. Seit fast einem Jahrzehnt bloggt sie sich durchs WWW und widmet sich mit Herzblut auch kritischen Themen in ihrer Branche.