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Taste The Alps – Ein Blick über den Tellerrand

– Pressereise –

Valtellina, auch Veltlin genannt, ist ein Gebiet in den italienischen Alpen, das vor allem für fünf Produkte bekannt ist: Käse, Bresaola, Wein, Äpfel und Pizzoccheri.

Als ich die Einladung für die Pressereise erhielt, war mir dies nicht so ganz bewusst, denn als Veganerin sagen mir nur drei der fünf Produkte zu. Immerhin drei traditionelle Produkte, die ich gerne verköstige, und Wein zählt für mich doppelt.

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Taste The Alps – alles Käse in Valtellina

Von Mailand fahren wir mit dem Auto, vorbei am Comer See, nach Sondrio. Eine kleine, charmante Stadt mit knapp 20.000 Einwohnern. Sondrio liegt im Herzen des Valtellina-Tals, dass sich von Osten nach Westen erstreckt und zur italienischen Region Lombardei gehört. An unserem ersten Stop in der Molkerei Latteria di Delebio lernen wir Marco Chiapparini kennen. Marco, ein ausgebildeter Opernsänger, der stets lächelnd einen Song auf den Lippen trällert, begleitet uns das ganze Wochenende von Produzent*in zu Produzent*in. Er vertritt das Projekt Taste The Alps und möchte uns die fünf Produkte näher bringen. So erklärt uns Marco, dass zwei Käsesorten das Aushängeschild der Region seien:. Zum einen der Halbfettkäse Valtellina Casera und zum anderen der Bitto, ein Käse der ausschließlich im Sommer und auf den Hochweiden produziert wird. Im Tal gibt es 68 Hersteller, die zusammen das Consorzio per la Tutela dei Formaggi Valtellina Casera e Bitto bilden, ein Zusammenschluss zum Schutze des Käses.

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Ich probiere ausnahmsweise den Käse, um nicht unhöflich zu sein. Der Casera hat einen sehr milden und gleichzeitig intensiven Geschmack. Der Geschmack hängt von der Reifung und von der Höhe der Landwirtschaft ab. Milchkühe, die in den höheren Lagen grasen, erzeugen einen anderen Käse, als Milchkühe im Tal. An der Farbe kann ich das gut erkennen, alle durchzuprobieren ist mir dann doch zu viel.

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Schutz der regionalen Produkte

Nicht nur der Käse, auch die Weine, die Äpfel, der Bresaola (= luftgetrockneter Rinderschinken) und die Pizzochheri (= Buchweizen Bandnudeln) sind Teil eines Schutz-Konsortiums, dass die traditionelle Herstellung, die eng mit der Region verbunden ist, schützt und fördert. Dazu gehören Qualitätskontrollen, damit die Produkte den hohen Standard halten. Ein Konsortium entscheidet auch grundlegende Dinge, beispielsweise wenn ein Befall in der Ernte vorliegt, welche Maßnahmen unternommen werden sollen. Ein einzelner Hersteller profitiert somit von der gemeinsamen Expertise. Um die regionalen Produkte zu fördern und über die Grenzen Italiens bekannt zu machen, entstand das Projekt Taste the Alps.

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Wein, Wein, Wein, und noch mehr Wein

Wir besuchen drei Winzer, was nicht heißt, dass wir nur zu drei Gelegenheiten Wein tranken, denn zu jeder Mahlzeit verköstigten wir gleich mehrere Weine der Region. An den Weinterrassen, die bis zu 600 Meter über dem Meeresspiegel liegen, findet sich vor allem die Nebbiolo-Traube, die von Einheimischen Chiavennasca genannt wird. Die Rebstöcke eignen sich hervorragend für das wechselhafte Klima, das hier vorherrscht. Tagsüber scheint die Sonne auf den Nordhang, so dass ein mediterranes Klima entsteht, durch die Höhenlage ergibt sich eine hohe Luftfeuchtigkeit und vom naheliegenden Comer See strömt Wind herüber. Perfekte Bedingungen für den Weinanbau der Nebbiolo-Traube, so der Winzer Danilo Drocco. Er ist zuständig für einen der größten Weinhersteller des Gebiets, die Kantine Nino Negri. Wir durften einen Blick in den Keller des Weinguts werfen. Reihe um Reihe stapeln sich dort riesige Fässer, manche sind über 100 Jahre alt und noch aus Kastanienholz. Heute verwendet das Unternehmen vor allem Barrique-Fässer aus Eichenholz, denn das Holz hat Einfluß auf den Geschmack des Weines und Kastanienholz, besonders junges Holz, gibt ungewollte Bitterstoffe ab.

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Marco, unser bestens gelaunter Tourguide, führt uns anschließend zu Fuß durch die kleinen Gassen von Sondrio. Auffallend ist die Anzahl der Weinhersteller im Ort. Immerhin wird im Tal auf insgesamt 750 Hektar Wein angebaut. Wir schlendern durch die Stadt und lassen uns mal hier, mal dort nieder, und probieren uns Querbeet durch die Vielzahl an Rotweinen. Sehr empfehlenswert, denn die Stadt, sowie die anliegenden Bergdörfer, haben ein mediterranes Flair, das dem Film Call Me by Your Name entsprungen sein könnte. Eine Region zum genießen und Seele baumeln lassen.

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Qualitätsweine mit EU-Gütesiegel

Die Weine der Valtellina besitzen ein besonderes Gütesiegel der EU, das DOCG-Siegel (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) was so viel heißt wie: kontrollierte und garantierte Herkunftsbezeichnung. Das Tal ist in fünf Gebiete unterteilt: Maroggia, Sassella, Grumello, Inferno und Valgella. Mein Favorit ist der Valtellina Superiore Inferno. Der Rotwein besitzt eine eher blasse Farbe, überzeugt aber mit einem würzig-blumigen Duft und einer aromatischen Komplexität. Ein Wein, der sich perfekt für gesellige Abende eignet, ohne irgendwann zu schwer auf der Zunge zu liegen.

Tourismus in Valtellina

Wir nächtigen im Grand Hotel Della Posta, direkt am Marktplatz von Sondrio. An den Wochenenden findet hier ein großer, bunter Markt statt, auf dem regionale Produkte zum Probieren und Kaufen angeboten werden. Uns begegnen nur wenige Touristen, als sei das Tal noch ein Geheimtipp. Vermutlich liegt es an der Jahreszeit, dass so wenig auf den Straßen los war.

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Einmal im Jahr findet die Formaggi in Piazza statt, ein Event auf dem der beste Käse des Jahres ausgezeichnet wird. Wir sind live dabei und können uns dem sympathischen Kleinstadtcharme nicht entziehen, den Marco und seine Kolleg*innen versprühen. Die Gewinner, Duca Carlo und Flavio Morada, freuen sich über Gutscheine für einen Käsezubehörladen und die Aufmerksamkeit der örtlichen Presse. Neben dem Besuch der Kantinen bietet es sich an, in der Region zu wandern und die Natur zu genießen. Über 200 Wanderwege durch die alpine Landschaft lassen das Outdoor-Herz höher schlagen und ermöglichen einen tollen Blick auf das mit Rebstöcken behangene Tal.

Gibt es das auch in vegan?

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass es alle drei Stunden etwas zu essen oder zu trinken gibt. Eigentlich ist Taste The Alps eine Reise genau nach meinem Geschmack. Eigentlich, denn fast alle italienischen Gerichte beinhalten entweder Butter, Käse oder Fleisch (oder alle drei Zutaten auf einmal). So sehr ich nicht müde werde, zu betonen, was ich alles nicht esse, werden die Valtelliner nicht müde, mir leckere Alternativen anzubieten. Die Gastfreundschaft ist wirklich nicht zu überbieten und die Angst, eine Veganerin nicht satt zu bekommen, total unbegründet.

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Die traditionellen Bandnudeln Pizzoccheri bestehen aus Buchweizenmehl, so weit – so vegan. Das eigentliche Gericht ist jedoch mit 200 Gramm Alpenbutter auf 500 Gramm Nudeln und sehr, sehr viel Casera-Käse alles andere als vegan. So kommt es, dass der Küchenchef zum ersten Mal in seinem Leben die Pizzoccheri anders zubereitet: Pizzoccheri naturalmente con salsa di pomodoro. Also Bandnudeln mit Tomatensauce. So einfach kann es sein!

Wer von euch Lust auf traumhafte Berglandschaften, vielfältige Weine und gutes Essen hat, der ist in Valtellina super aufgehoben – und auch Veganer*innen werden satt.

Reisekosten

Flüge nach Mailand gibt es bei Ryanair schon ab 20€. Von Mailand geht eine Direktverbindung mit dem Zug nach Sondrio (Kostenpunkt ca. 11 €/ Fahrtzeit: 2 Stunden). In Sondrio gibt es einige Autovermietungen, die mit circa 100€ für 5 Tage zu buche schlagen. Die Hotels liegen bei etwa 70€-300€ für eine Nacht im Doppelzimmer.

Online-shoppen – für ein Hauch Italien in den eigenen vier Wänden
  • Die Weine der Kantine Nino Negri findet ihr hier.
  • Die Weine der Kantine Luca Faccinelli findet ihr hier.
  • Die beiden Käsesorten: Valtellina Casera und Bitto.
  • Der Bresaola ist in unseren Supermärkten vertreten. Ihr könnt ihn auch online bei REWE bestellen.
  • Die Äpfel werden vor allem in Italien verkauft und zu Säften, Trocken-Früchten und Nektar weiterverarbeitet.
  • Das Rezept für traditionelle Pizzoccheri findet ihr hier.

Wir wünschen euch viel Spaß beim verkosten!

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Eva kam durch Vrenis legendären Flohmarkt zu neverever.me - nach einem Praktikum war klar, hier möchte sie bleiben. Jetzt ist Eva heißgeliebter Bestandteil des Teams. Nachhaltigkeit und Veganismus sind ihre Herzensthemen. Wenn sie nicht bloggt, dann findet ihr sie in der Uni-Bibliothek, wo sie (mal mehr mal weniger fleißig) für ihre Bachelorarbeit recherchiert.