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Nachhaltige Putzmittel

Nachhaltige Putzmittel – weg mit den Chemiekeulen

Hautirritationen, Luftnot und allergische Reaktionen – all das sind ganz normale Begleiterscheinungen beim Putzen mit so manchen Reinigern. Die vielen chemischen Inhaltsstoffe sind zudem nicht nur gesundheitsschädigend, sondern belasten auch die Umwelt. Es wird also höchste Zeit auf nachhaltige Putzmittel umzusteigen.

Laut EU-Kommission sind über 60.000 verschiedene Reinigungsmittel auf dem EU-Markt. In deutschen Haushalten befinden sich durchschnittlich 15 Putzmittel. Die Vermarktungsstrategien der Unternehmen scheinen zu funktionieren, verkaufen sie uns doch für jeden Schmutz ein anderes Reinigungsmittel, das verspricht noch glänzendere Oberflächen zu hinterlassen. 

Regelmäßiges Putzen schadet der Gesundheit

In einer Studie der Universität Bergen in Norwegen wurden in einem Zeitraum von 20 Jahren über 6.000 Personen, die regelmäßig oder hauptberuflich putzen, untersucht. Das Ergebnis: Die aggressiven Reinigungsmittel gelangen durch das Einatmen in die Lunge und schädigen dort das Gewebe. Vor allem bei den professionellen Reinigungskräften ist die Lunge nachträglich beschädigt. 

Nachhaltige Putzmittel

Bildquelle: Chutima Chaochaiya/ unsplash.com

Finger weg von Biozid-Produkten

Auf der Website des Umweltbundesamtes gibt es eine Auflistung aller Inhaltsstoffe von Putzmitteln und welche Auswirkungen diese auf die Umwelt und unsere Gesundheit haben können. Expert*innen warnen vor allem vor Biozid-Wirkstoffen, welche Keime abtöten sollen, jedoch gleichzeitig die Funktion biologischer Kläranlagen beeinträchtigen und so die Trinkwasseraufbereitung erschweren. Hinzu kommt, dass Biozid-Produkte eine Resistenzentwicklung von Krankheitserregern fördern, indem sie alle Bakterien abtöten. Doch Bakterien sind nicht immer schlecht. Vielmehr benötigen wir sogar eine Bakterienflora für unsere Gesundheit. Andernfalls kann es dazukommen, dass Antibiotika nicht mehr so gut wirken. Ganz abgesehen von den allergischen Hautreaktionen, die solche Putzmittel verursachen.

Kriterien für nachhaltige Putzmittel

Im Gegensatz zu konventionellen Reinigern beinhalten nachhaltige Putzmittel keine synthetischen Farb- , Duft- und Konservierungsmittel. Zudem wird auf Chlor und anorganische Säuren wie Phosphonat, Aufheller, Paraffin verzichtet. Leider gibt es für Wasch- und Reinigungsmittel keine Gesetzgebung, die Begriffe wie öko oder natürlich schützen. Allerdings gibt es, ähnlich wie in der Naturkosmetik, einige Siegel, welche Kriterien für ökologische Wasch- und Reinigungsmittel festlegen. Die folgenden drei Grundprinzipien sind ausschlaggebend:

  1. Schutz des Planeten und seiner Ressourcen
  2. Schutz und Information der Verbraucher*innen
  3. Reduktion von unnötigen Abfällen und Abwässern

Das kann natürlich vieles heißen, und es kommt auch immer auf das Siegel im Speziellen an, aber mit folgenden Labels auf der Verpackung seid ihr schon mal gut aufgehoben: Blauer Engel, ECOCERT, Nature Care Product, Nordic Ecolabel, ECO Garantie und das EU-Ecolabel. Nicht immer haben Bio-Waschmittel ein Siegel, was die Auswahl noch erschwert, deshalb lohnt sich immer der Blick auf die Inhaltsstoffe. 

Nachhaltige Putzmittel

Nachhaltige Putzmittel – Persönliche Top 7

AlmaWin

Ecover

Sodasan

Klar

Sanoll

Frosch

Sonett

Das richtige Putzmittel und jetzt?

Richtig dosieren: Mit ein paar Tipps reinigt sich die Wohnung noch nachhaltiger. So hilft es schon die Dosierung des Reinigungsmittels zu reduzieren. Das schont nicht nur die Umwelt und die Gesundheit, sondern auch den Geldbeutel. Meistens benutzen wir sowieso viel zu viel. 

Verschmutzungen direkt säubern: Beim nächsten Tipp muss ich mir selbst an die Nase fassen, denn meine ausgeprägte Faulheit verleitet mich doch zu oft dazu, den Abwasch vor mir herzuschieben. Das Ergebnis sind harte Verkrustungen, die wiederum aufwendiger in der Reinigung sind. Dasselbe gilt für andere Verschmutzungen – zum Beispiel am Herd. Lieber direkt reinigen, das ist nachhaltiger und eure Mitbewohner*innen freuen sich über eine saubere Küche.

Saugglocke statt Abflussreiniger: Sehr oft können wir komplett auf Putzmittel verzichten und mit viel schonenderen Methoden arbeiten – wie zum Beispiel mit der Saugglocke oder einer Bürste, um Ablagerungen im Abfluss zu reinigen.

Dusche abtrocknen: Um lästigen Kalkablagerungen vorzubeugen, hilft es nach dem Duschen nicht nur sich selbst, sondern ebenfalls die Duschkabine abzutrocknen. Weniger Ablagerungen, weniger putzen.

Habt ihr noch weitere Tipps für nachhaltigere Putzmethoden?

Titelbild: FotoDues/unsplash.com

Eva kam durch Vrenis legendären Flohmarkt zu neverever.me - nach einem Praktikum war klar, hier möchte sie bleiben. Jetzt ist Eva heißgeliebter Bestandteil des Teams. Nachhaltigkeit und Veganismus sind ihre Herzensthemen. Wenn sie nicht bloggt, dann findet ihr sie in der Uni-Bibliothek, wo sie (mal mehr mal weniger fleißig) für ihre Bachelorarbeit recherchiert.