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mehr mut zum ich

mehr mut zum ich

[Werbung] hackfresse war noch einer der netteren namen, die meine schulkameraden für mich hatten. trotzdem finde ich mich heute super. warum das so ist, erzähle ich euch gern.

vor ein paar tagen fand ich alte tagebücher, die ich als teenie gemeinsam mit meiner besten freundin sarah verfasst habe. wir haben über die schuljahre hinweg zahlreiche büchlein mit liebeskummer, lästereien, poesie und abkotzen über die eltern gefüllt. an meine teenagerzeit erinnere ich mich nicht gerne. das waren jahre voller drama. jeden tag drama. ob es die erste periode war, der erste kuss, der erste job, das ganze leben war einfach nur anstrengend. darüber hinaus veränderst du dich in dieser zeit rapide, was die angelegenheit nicht einfacher macht… heute schaue ich mir teenies an und denke danke lieber gott, dass ich das nicht noch einmal durchleben muss. ich habe es geschafft, vom pickeligen teenie zur glücklichen frau zu werden. aber wie? dazu kommen wir gleich…

warum aber heute dieser tiefgreifende text? weil mich dove darum gebeten hat, einen artikel zum thema mehr mut zum ich zu verfassen. eine schöne aktion von dove und rossmann, die das verhältnis von teenagern zu ihren müttern stärken will. auf der website findet ihr allerhand nützliche tipps, sowohl als tochter, als auch als mutter. schaut vorbei, es gibt auch ein tolles gewinnspiel!

nun aber zurück zu meinem teenager dasein und dazu, wie ich es geschafft habe, mentale stärke zu finden. zu allererst braucht das viel, viel zeit. wirst du gemobbt, heilen die wunden nur langsam. aber mit dem ende der schulzeit kam eine neue chance, das studium. und mit jedem jahr älter werden, lernst du so unglaublich viel dazu. die eltern sind plötzlich wieder cool und du merkst, dass sie ziemlich viel richtig gemacht haben, obwohl du sie als schüler am liebsten gegen die wand geklatscht hättest. ich wünschte, ich hätte als teenie mehr mit meinen eltern über themen wie liebeskummer, freunde oder andere persönliche dinge sprechen können. das habe ich mich aber nicht getraut. deshalb möchte ich alle jungen ladies dazu ermutigen, offen und ehrlich zu sein. das baut eigene spannungen ab und ich glaube, dass es auch eltern (für die teenager ebenfalls alles andere als einfach zu handhaben sind) von ängsten befreit.

drei persönliche tipps möchte ich euch mit auf den weg geben, die mir sehr geholfen haben, zu dem menschen zu werden, den ich heute gern im spiegel ansehe und mag:

  1. sei mutig. wenn du nicht mit der masse mitlaufen willst, dann tu es nicht. egal ob es um deine klamotten, deine lieblingsmusik oder glaubensfragen geht. gleichgesinnte findest du heutzutage dank des internets leichter als noch vor zehn jahren. echten freunden ist es außerdem so ziemlich egal, wie du aussiehst, sie finden dich immer schön – innen und außen.
  2. sei du selbst. jahrelang habe ich chamäleon gespielt, um möglichst allen zu gefallen. dabei verhielt ich mich zwar im grunde wie ich selbst, allerdings in (teilweise sehr) angepassten versionen. noch heute passe ich problemlos in jede gruppe, egal ob es die punks in der bar um die ecke oder die kirchengemeinde ist. erst vor etwa drei jahren habe ich herausgefunden, wer ich eigentlich bin, wer ich sein will und wer ich sein kann. das war teilweise ziemlich hart, führte aber dazu, dass ich zu ersten mal in meinem leben eine tiefe zufriedenheit empfand. dieses gefühl möchte ich nicht mehr missen, weil ich gefühlt 25 jahre lang darauf gewartet habe.
  3. sag nein. ständig wird dir gesagt: ‚du musst lernen, nein zu sagen.‘ es kommt einem schon zu den ohren heraus. aber es steckt so viel wahrheit darin. ob nein zu aufgaben beim job, nein zu drogen oder nein zu vermeintlichen ‚zwängen‘ oder trends, die die gesellschaft einem aufdrückt. es gehört eine portion stärke dazu, aber im endeffekt fühlt man sich nach einem ehrlichen ’nein‘ viel leichter.

jetzt muss ich mich unbedingt weiter meinen tagebüchern widmen, denn heute kann ich (auch mit meiner mama) über all die dramen herzlich lachen. ich wünsche euch eine fantastische selbstfindungsreise.

– dieser artikel wird von dove unterstützt –

Vreni ist Maître d'Internet, Sinnfluencer und trägt ihr Herz auf der Zunge. Seit fast einem Jahrzehnt bloggt sie sich durchs WWW und widmet sich mit Herzblut auch kritischen Themen in ihrer Branche.