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Wiener Chic

Kurztrip nach Wien – unser Cityguide

Denkt ihr an Wien, so werden euch sofort Sissi und ihr Franz in den Sinn kommen. Wer gerade hungrig ist, der denkt an Sachertorte und bei den musikalischen unter euch klingt Mozart in den Ohren. Wie tickt die Stadt des Wiener Walzers wirklich? Wir machen einen Kurztrip nach Wien!

Links die Gartenfassade des Schlosses, rechts der Ausblick vom Dach der Gloriette.

Links die Gartenfassade des Schlosses, rechts der Ausblick vom Dach der Gloriette

KÜSS DIE HAND – ZU GAST BEI SISSI

In Wien angekommen, statten wir dem ehemaligen kaiserlichen Hof erst einmal einen Besuch ab. Strahlt die Fassade nicht in einem wunderschönen Gelb? Das durfte damals niemand kopieren, denn es war nur dem Kaiser erlaubt, in diesem Farbton zu streichen – Man stelle sich nun den Kaiser im Blaumann mit Papierhut und Pinsel vor. Schließlich hatte man doch so viel Zeit am Hofe, nicht wahr? Königsblau war gestern, heute streichen wir in Kaisergelb. Wir machen uns auf den Weg durch die ehemaligen Gemächer des Kaisers Franz Josef I. und seiner Elisabeth. An Gold wurde hier keineswegs gespart. Eigentlich auch an allem Anderen nicht. Verlaufen haben sich die 1500 Menschen am Hofe früher sicherlich mehrmals täglich – heute halten einen die vielen Reisegruppen und durchnummerierten Zimmer davon ab.

Fotografieren verboten! Was? Wo stand das? Hier also die geheimen Fotos aus dem Schloss Schönbrunn. Links Gemälde des Kaiserpaare Franz Josef I. und Kaiserin Elisabeth. Rechts die Decke mit Kronleuchtern des Spiegelsaals.

Links: Gemälde des Kaiserpaares Franz Josef I. und Kaiserin Elisabeth. Rechts die Decke mit Kronleuchtern des Spiegelsaals.

Nach dem Schlossgebäude geht es durch die Gärten und die Parklandschaft hinauf zur großen Gloriette. Von hier aus habt ihr einen traumhaften Ausblick auf das Schloss und Wien, bis hin zur österreichischen Berglandschaft. Wer will, der hält auf dem Rückweg nicht nur am Irrgarten, nein, der lässt sich vom himmlischen Duft in die alte Hofbäckerei locken – dazu später mehr. Unser Tipp: Bucht eure Tickets bereits im Vorfeld. Das entspannt euren Besuch vor Ort. Online entscheidet ihr euch bei der Buchung für einen Tag und eine Uhrzeit, zu der euch der Einlass garantiert und gewährt wird.

MUSEEN IN WIEN
Gerhard Richter trifft auf Claude Monet - Albertina Wien.

Gerhard Richter trifft auf Claude Monet – Albertina Wien.

Ist der Besuch in der österreichischen Hauptstadt auch noch so kurz, Kunst muss sein! Und hier hat Wien eine Menge anzubieten. Neben den vielen Gemälden in den Zimmern des Schlosses, von alten Meistern wie Dürer und Rembrandt, gibt es viel zu sehen. Direkt hinter der Wiener Oper findet ihr die Albertina. Das Museum Albertina beherbergt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen. Von Monet über Picasso, bis hin zu Warhol und Gerhard Richter, alle sind hier anzutreffen. Eintritt 14€ pro Person.

Links der Eingangsbereich des Kunsthistorischen Museums Wien, rechts das Café.

Links der Eingangsbereich des Kunsthistorischen Museums Wien, rechts das Café.

Neben der Albertina ist das Kunsthistorische Museum einen Besuch wert. Hier werdet ihr auf Werke aus habsburgisch geprägten Epochen der Kunstgeschichte treffen. Doch auch das Gebäude selbst ist ein – nicht nur architektonisches – Meisterwerk. Wer Glück hat, der trifft auf Künstler*innen, die inmitten der Galerie an ihren Staffeleien arbeiten und dabei gerade zu Meistern der Kunstkopie werden. Entschuldigen Sie, darf man das? Eintritt in das Kunsthistorische Museum Wien: 10€ pro Person.

Künstler*in am Werk. Arbeiten inmitten der Galerie.

Künstler*in am Werk. Arbeiten inmitten der Galerie.

DIE WIENER KÜCHE

Wer durch Gärten spaziert und sich viel Kunst anschaut, der wird hungrig. Und da sind wir in genau der richtigen Stadt, die bekannt ist für ihre sogenannte Wiener Küche. Schon Kaiser Franz Josef I. war ein großer Fan. Kamen zu hochoffiziellen Anlässen französische Speisen für die Gäste auf den Tisch, bevorzugte der Kaiser privat die heimische Wiener Küche. Kaum vorstellbar, ein Schnitzel und Schmarren im barocken Schlossgewand. Es schmeckte auch nicht jedem. Seine Frau sah man auf Grund ihrer vielen Diätkuren nicht sehr oft an der abendlichen (oder auch jeglicher anderen) Dinner-Tafel der Familie.

Sacher Torte aus dem Hotel Sacher Wien

Sacher Torte aus dem Hotel Sacher Wien

TORTEN-HYPE UND SACHER-STREIT

Jeder kennt sie. Wer sie noch nicht gegessen hat, kennt zumindest ihren Namen und ihr Aussehen: die Sachertorte. Eine Schokoladentorte aus sogenannter Sachermasse, hauchdünn mit Marillenmarmelade gefüllt und von Schokoladenglasur umhüllt. Oben auf ein rundes Schokoladentäfelchen mit dem Titel „Hotel Sacher Wien“. Doch nur bei Sacher. Wer hingegen beim Zuckerbäcker Demel süß sündigt, der findet ein dreieckiges Siegel mit der Aufschrift „Eduard Sacher-Torte“. Das Verrückte: beide Torten stammen aus den Händen des Konditors Eduard Sacher.

Wir haben das von Tourist*innen überfüllte Wiener Sacher-Eck besucht. Gegenüber der Wiener Oper am Karlsplatz gelegen, kann hier für satte 7,10€ ein geometrisch perfekt zugeschnittenes (oder abgemessenes?) Stück Schoko-Marillen-Traum gegessen werden. Ein ernüchternder Traum. Sie ist gut, doch ihren Preis leider nicht wert. Ein Tortenhype, der von Tourist*innen am Leben gehalten wird? Eine Torte, die historisch wertvoll ist – heute teuer und altmodisch. Die Wiener Liebe zur Kaffeehaus-Tradition hingegen ist eine wundervolle. Wer ein Stück von der Torte mit nach Hause nehmen möchte, der kann sich an eine der langen Schlangen stellen – allein schon, um in den Sacher-Store hinein zu kommen. Was Eduard wohl dazu sagen würde? Der Zuckerbäcker Demel hingegen befindet sich am Kohlmarkt in bester Gesellschaft der Luxusboutiquen. Wer keine Lust auf Sachertorte hat, dem empfehlen wir Kaiserschmarren und Apfelstrudel. Diese beiden haben wir natürlich auch probiert.

 

Hausgemachte Kaiserschmarren mit Zwetschgenröster und Apfelmus. Daneben Apfelstrudel - frisch aus dem Ofen - mit Schlagobers (österreichisch für Schlagsahne) und Eis.

Hausgemachte Kaiserschmarren mit Zwetschgenröster und Apfelmus. Daneben Apfelstrudel – frisch aus dem Ofen – mit Schlagobers (österreichisch für Schlagsahne) und Eis.

WIENER BACKSTUBE

Wer durch die Gärten des Schloss Schönbrunn läuft, der kommt nicht am verlockenden Duft der Hofbäckerei vorbei. Wir haben es versucht, konnten jedoch nicht widerstehen und nahmen Platz im Kaffeehaus der Familie Querfeld. Natürlich steckt auch in diesen Räumen Geschichte. In der Kaiserzeit befand sich in den Räumlichkeiten des heutigen Café Residenz Schloss Schönbrunn die sogenannte „Polizeiküche“, wo die Wachmannschaften des Schlosses verköstigt wurden.

Pizza mit scharfer Salami und einer extra Portion Käse - ein Pizzza-Traum! Und der Raum, der ist schön in seiner Schlichtheit, denn die Konzentration soll ganz dem Speisen dienen.

Pizza mit scharfer Salami und einer extra Portion Käse – ein Pizza-Traum! Der Raum ist schön in seiner Schlichtheit, denn die Konzentration soll ganz dem Speisen dienen.

ES MUSS NICHT IMMER SCHNITZEL SEIN

Auf einem weiteren Spaziergang durch die Nebenstraßen Wiens, können viele kleine und schöne Läden entdeckt werden. Und wo wir schon beim Essen sind, auch Restaurants. In der Gumpendorferstraße in Mariahilf, dem 6. Bezirk Wiens, befindet sich die Pizzza Disco Volante (nein, das ist kein Rechtschreibfehler). Minimalistisches Möbeldesign der 60er Jahre trifft hier auf Pizza in einem gigantischen Glitzer-Diskokugel-Pizzaofen, der sich – wie die gute alte Diskokugel – auch dreht.  Auswählen könnt ihr aus 10 Pizzen mit hauchdünnem Boden und leckerem Belag sowie österreichischen Weinen zu einem guten Preis. Jeder soll Gast sein können im Lokal von Maria Fuchs. Wir fanden die Pizza unfassbar gut! Tipp: Reservieren. Ganz einfach per Mail, aber dann habt ihr euren Tisch sicher.

Disco Volante - der einzigartige glitzernde und sich drehende Diskokugel-Pizzaofen

Disco Volante – der einzigartige glitzernde und sich drehende Diskokugel-Pizzaofen. Bildquellen: Instagram.

DER WIENER PRATER

Auf einem Kurztrip nach Wien darf er natürlich nicht fehlen: der Wiener Prater! Genau genommen der Wurstelprater. Denn so heißt der Vergnügungspark, mit seinem weltweit bekannten Wahrzeichen, dem Wiener Riesenrad. Um das sich drehende Rad, entlang an Wegen mit historischen Laternen, erstreckt sich ein riesiges Areal mit Achterbahnen, Geisterbahnen, Spiegelkabinetten und mehr. Ernüchterung machte sich breit nach dem Betreten des Praters. Eine Mischung aus Schausteller-Klassikern, die einen uralt, andere frisch eröffnet. Auf der einen Seite leer stehende Gebäude alter Jahrmarkt-Attraktionen, auf der anderen die Touristen-Attraktion Madame Tussauds. Viele Besucher*innen sind uns auf unserem Spaziergang über das Gelände nicht begegnet. Wir selbst sind nicht mit dem Riesenrad gefahren, solltet ihr aber eine Runde drehen wollen, so testet es besser am Abend – dann leuchtet nicht nur die Geisterbahn und das Breakdance gegenüber, auch Wien ist erleuchtet. Eine Fahrt kostet 10€ pro Person. 

Hab die Ehre - Eingang zum Wiener Prater mit dem weltbekannten Riesenrad

Habe die Ehre – Eingang zum Wiener Prater mit dem weltbekannten Riesenrad

DEIN KURZTRIP NACH WIEN

Ein letzter Tipp für eure Reise nach Wien: Erkundet die Stadt zu Fu?! Ihr lernt jede Stadt besser kennen, wenn ihr ihre Nebenstraßen genauer unter die Lupe nehmt. Wer weiß was ihr entdecken werdet? Vielleicht den Wiener Chic?

Ihr habt nun Lust auf einen Kurztrip in die österreichische Hauptstadt? Eine günstige Möglichkeit von Berlin nach Wien zu reisen, ist die Verbindung von easyJet zwischen den Flughäfen Berlin-Schönefeld oder Berlin-Tegel und Wien. easyJet fliegt diese Strecke bis zu achtmal täglich und die Flüge sind ab ca. 23,06€* buchbar. Ihr wollt nicht im Hotel übernachten und die Wiener*innen noch besser kennenlernen? Dann seid ihr für die Buchung eurer Unterkunft bei Airbnb genau richtig. Hier findet ihr zentral gelegene Apartments mit Wiener Charme bereits ab ca. 30€ die Nacht (pro Person). neverever.me wünscht euch viel Spaß in Wien.

Zu Fuss durch Wien? Eine gute Idee für euren Kurztrip nach Wien.

Zu Fuß durch die Straßen? Eine gute Idee für euren Kurztrip nach Wien.

*Preise pro Person inkl. Steuern sowie Verwaltungs- und Kreditkartengebühren. One-Way basierend auf zwei Passagieren, die mit der gleichen Buchung reisen.

 

Stefan ist tapferes Schreiberlein, Stylist und Schöngeist. Seine Vorliebe für die Farbe Schwarz reicht von seinem Kater Jasper über Mode bis hin zum Schwerpunkt seines Kunstgeschichtsstudiums. Er sammelt Docs, hat ein Faible für Bundfaltenhosen, trägt jedoch trotz seines Nachnamens nie eine Uhr.