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Instagram – Ein bisschen Star sein

auf instagram kann jeder ein bisschen star sein. die 100.000 follower sind schnell erreicht. super, wenn einem so viele folgen! dass ein großteil nicht echt ist, wird hübsch ausgeblendet. der followerkauf entwickelt sich zur sucht. weil die kollegen alle mitmachen, werden die zahlen hübsch nach oben korrigiert. die einen machen es mehr als offensichtlich (man muss nur einige auf influencerdb.net analysieren), die anderen schlau und versteckter.

egal ob moderedakteurin bei seriösem deutschen blatt oder aufstrebende moderatorin – sie alle tricksen, um die zahlen nach oben zu schrauben, haben unzählige likes von fake accounts aus indien und co. ich habe über die letzten wochen so viele accounts analysiert, screenshots gemacht und bin like für like einzeln diverse bilder durchgegangen. es bewahrheitet sich. instagram ist alles andere als real.

star-kult ist kein massenphänomen. es sind und werden auch immer einzelpersonen bleiben, die hypes auslösen. eine caro daur hat aber nicht hunderttausende follower, weil sie hübscher oder ein wichtigerer mensch ist als ihr. ihr folgen tausende, weil sie zu richtigen zeit am richtigen ort das richtige thema bespielt hat. caro ist clever, ehrgeizig, arbeitet hochprofessionell und hatte darüber hinaus eine gehörige portion glück. das ist ein einzelphänomen, mit dem ihr euch nicht vergleichen dürft.

wie lange wird diese blase noch fliegen? wann platzt sie? nutzt es, sie anzupieksen? bringt es etwas, andere personen öffentlich zu diffamieren, wie gestern passiert – siehe instagate.

wir definieren uns zunehmend über likes, follower und kommentare. ich habe für mich beschlossen, das spiel nicht mehr mitzuspielen (wie ihr hier gestern schon nachlesen konntet). ich möchte echt sein und für meine arbeit credits bekommen, deshalb heißt es bei mir ab sofort ausnahmslos auf instagram: qualität vor quantität.

#neverevernotreal

update: instagram hat mich soeben um ein telefonat gebeten und wir haben uns knapp eine stunde ausgetauscht – dazu morgen mehr. dabei ist mir aufgefallen, dass der eindruck entstehen könnte, die im bild gescreenshotteten accounts seien profile, die ich anprangere. mir liegt nichts ferner. im gegenteil, die abgebildeten profile sind für mich beispiele für große, echte accounts. 

Vreni ist Maître d'Internet, Sinnfluencer und trägt ihr Herz auf der Zunge. Seit fast einem Jahrzehnt bloggt sie sich durchs WWW und widmet sich mit Herzblut auch kritischen Themen in ihrer Branche.