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Ich bin ein besserer Mensch als Du

Seit ich mich öffentlich mit bestimmten Bewusstseinserweiterungen meinerseits auseinandersetze, muss ich mich zunehmend auch negativen Kommentaren stellen. Warum eigentlich?!

Nehmen wir als Beispiel die nachhaltige Mode, die bei mir in letzter Zeit zunehmend auftaucht. Ich habe eine Partnerschaft mit armedangels und beschäftige mich seitdem intensiv mit den Themen Fairness, soziale Verantwortung und Produktionsbedingungen. Mich selbst deklariere ich dabei ganz klar als Konsumopfer – weil ich es bin. Dennoch findet in mir ein Umdenken statt – auch dank der Zusammenarbeit mit armedangels oder abury. Nichtsdestotrotz bin ich jetzt nicht der heilige Nachhaltigkeitsengel, sondern habe bis dahin einen weiten Weg vor mir, den ich vielleicht auch gar nicht komplett bestreiten werde. Aber wenn ich nur kleine Schritte gehe, ist der Welt schon geholfen.

In keinem meiner Artikel stelle ich mich über euch Leser oder verurteile irgendjemanden. Das liegt mir sowieso fern. Lieber reiche ich jemand anderem die Hand, als mit dem Finger auf ihn zu zeigen. Vielmehr setze ich mich öffentlich mit meiner Lebensweise auseinander und versuche, darüber Rückschlüsse und Konsequenzen zu ziehen. Wenn ihr dadurch ermutigt werdet, freue ich mich!

Vielen scheint das aber nicht zu reichen. „Glaubst du ernsthaft, dass du die Richtige bist, um sich zu diesem Thema zu äußern?“, fragte mich letztens eine Leserin und brachte mich damit erst zum Grübeln und dann auch ein wenig auf die Palme. Ja, das bin ich. Ich darf in Deutschland zum Glück erst einmal zu allem meinen Senf dazugeben. Natürlich gibt es bei kontroversen Themen Diskussionsbedarf. Was ich allerdings nicht verstehe, ist, warum bestimmte Menschen grundsätzlich erst einmal angreifen müssen, wenn jemand, der versucht, etwas richtig zu machen, nicht zu 100% dem Ideal entpricht.

„Sorry, aber du bist ja wohl die letzte, die sich mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen darf“, schrieb mir ein Follower auf Instagram in einer privaten Nachricht. Warum nicht? Gerade ich, die Konsum ankurbelt und darüber Geld verdient, darf sich damit auseinandersetzen. Das ist etwas Gutes. Das ist ein Schritt in die richtige Konsumrichtung. Also warum runterziehen, wenn man auch motivieren kann?! Warum angreifen, wenn man auch anfeuern kann?! Warum nicht bei sich selbst anfangen, bevor man andere kritisiert?

Oft steckt glaube ich auch die eigene Unzufriedenheit hinter solchen Kommentaren. Das eigene Fehlverhalten wird auf andere projiziert, wenn auch unterbewusst. Daher richte ich heute ausnahmsweise mal wirklich einen klaren Appell an alle Nörgler: Denkt nach, bevor ihr jemanden angreift. Überlegt, was ihr damit auslöst. Seid liebevoller und unterstützt. Shalom ist schöner als Scheiße. Think about it.

Und danke an die Mehrzahl meiner Follower und Leser dafür, dass ihr echt tolle, supportende und positive Menschen seid!
#LoversGonnaLove

Eure Vreni

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Foto: Suzana Holtgrave
Shirt: Roqa

Vreni ist Maître d'Internet, Sinnfluencer und trägt ihr Herz auf der Zunge. Seit fast einem Jahrzehnt bloggt sie sich durchs WWW und widmet sich mit Herzblut auch kritischen Themen in ihrer Branche.