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WeWork Creator Awards – sozial und fair!

[Werbung] Beim den WeWork Creator Awards wurden hauptsächlich nachhaltige und soziale Projekte ausgezeichnet. Wir stellen euch hier wahnsinnig spannende Creators vor, die unsere Welt ein ganzes Stück besser machen!

Das Szenario kennt ihr alle: Ihr steht vor dem Fahrstuhl, drückt das kleine Knöpfchen und *ping* nach kurzer Zeit gleiten wie von Zauberhand die Türen auf, ihr betretet den kleinen, hell erleuchteten Raum und fahrt eurer Wunschetage entgegen. Oftmals seid ihr nicht die Einzigen, die den Treppenersatz nutzen – stumm schweigend steht ihr also zwischen einem oder mehreren fremden Menschen, bis sich eure Wege wieder trennen. So weit, so alltäglich. 

Nun stellt euch einmal vor, dass es sich bei der anderen Person im Fahrstuhl um eine*n potentielle*n Investor*in handelt und ihr genau eine Aufzugfahrt Zeit habt, diese*n von dem Geschäftsmodell zu überzeugen, das euch schon seit Ewigkeiten im Kopf herumschwirrt. Sogenannte Elevator Pitches sind nicht nur in Amerika in aller Munde – auch in Deutschland gewinnt diese kurze und knackige Projekt-Präsentation immer mehr an Beliebtheit und Relevanz.

Und nun stellt euch weiter vor, dass ihr euren Elevator Pitch nicht im geschützten und privaten Raum eines Fahrstuhls zum Besten geben müsst, sondern auf einer Bühne vor tausenden Menschen, die alle an euren Lippen hängen. Eine ganz schön nervenaufreibende Vorstellung, oder? Für acht Finalisten*innen wurde dieses Szenario auf den Semi-Finals der WeWork Creator Awards vergangene Woche in Berlin Realität.

Die internationale Preisvergabe der globalen Plattform für Arbeitsplätze und Networking fand bereits zum zweiten Mal in Berlin statt. In den Hallen der Arena pitchten die Finalisten*innen ihre Konzepte vor fast 2.500 Gästen und einer Fach-Jury und kämpften in den zwei Kategorien Business Venture und Nonprofit um die hoch dotierten Preisgelder. Die vierköpfige Jury bestand aus Sara Nuru (Gründerin von nuruCoffee), Justine Powell (Managing Editor des Handelsblatt Global), Luis Hanemann (Partner bei e.ventures) und Thomas Lueke (Principal bei Cherry Ventures) – sie alle nahmen die jungen Gründer und Gründerinnen nach deren Präsentation jeweils weitere drei Minuten ins Kreuzverhör und prüften die Konzepte auf Herz und Nieren.

wework creator awards

Partystimmung statt angestaubter Award-Verleihung (Foto: Lupo Cordero für wework)

Party und Entertainment statt angestaubter Award-Verleihung

Als ich die Arena erreiche, haben sich schon lange Schlangen vor dem Eingang gebildet, immer mehr Menschen strömen in die große Mehrzweckhalle am Ufer der im Abendlicht friedlich dahingleitenden Spree. Die Stimmung? Eher Party als steifer Empfang. Das Publikum? Kunterbunt! Junge Kreative stehen neben zurechtgemachten Geschäftsleuten, Frauen in schicken Abendroben stoßen mit Männern in Jeans und Jersey-Pullover an. Es gibt Getränke, einen internationalen Foodmarket und sogar Live-Yoga-Sessions. Über 30 lokale Aussteller präsentieren ihre kreativen Produkte im integrierten Pop-up-Markt (die zuckerfreien Schokoriegel gehen weg wie geschnitten Brot!), direkt daneben kann man auf der Jobmesse mit Branchengrößen wie ebay, Marley Spoon oder Amazon in direkten Kontakt treten. Alles unter einem Dach, alles gratis. 

Das muss ich erstmal sacken lassen. Award-Galas kenne ich als eher steife Angelegenheit mit Cocktailkleid, Black Tie und einem Gläschen Champagner. Doch so eine Umsetzung würde der Philosophie von WeWork nicht gerecht werden. Die 2010 im New Yorker Stadtteil SoHo als Co-Working-Space gegründete Firma hat inzwischen Dependancen auf der ganzen Welt eröffnet, unter anderem in Deutschland, Brasilien, Israel, Großbritannien, Kanada, China, Spanien, Mexiko … ich könnte diese Liste noch ewig weiterführen. Der Spirit von WeWork ist stark geprägt von der Start-up-Mentalität seiner Mitglieder. Jung, kreativ, gut vernetzt und immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, Ideen und Lösungen. Nein, eine schnöde Gala würde diesem Geist sicherlich nicht gerecht werden. 

15 Awards, über 400 Gewinner, mehrere Millionen Euro an Preisgeldern und über 500 neue Jobs

Die Zahlen lesen sich beeindruckend und tatsächlich haben die WeWork Creator Awards international bereits viele, vor allem soziale Projekte auf ein internationales Level gehoben. Auch die Finalisten in Berlin einen insgesamt erfreulich wohltätige und soziale Grundgedanken. Da ist etwa die Berliner Hilfsorganisation Cadus, die humanitäre Hilfe auf der ganzen Welt leistet. Oder das ebenfalls in Berlin ansässige Start-up Kaffeeform, das mit wiederverwendbaren Bechern aus recyceltem Kaffeesatz dem Alltags-Müll den Kampf ansagt. Alle tollen Ideen und Konzepte hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen. Daher haben wir unsere drei Favoriten aus allen Finalist*innen herausgepickt und die smarten Köpfe hinter den Projekten nach der Preisverleihung um ein kurzes Interview gebeten. Die großen Gewinner der 15. WeWork Creator Awards verraten wir euch am Ende des Artikels – es soll ja spannend bleiben.

Mit Crowdfunding gegen den Klimawandel

Plana.Earth aus Berlin ist die erste datenbasierte Crowdfunding-Plattform im Kampf gegen den Klimawandel. Die ausgewerteten, öffentlich zugänglichen Daten sagen vorher, in welchen Regionen der Welt der Klimawandel zuschlagen wird, so dass gezielt Mittel an Organisationen und Einzelpersonen weitergegeben werden können. Für das Interview sprachen wir mit der Gründerin Lubomila Jordanova.

1. Wie hast du vom WeWork Creator Award erfahren und warum hast du dich entschlossen teilzunehmen?

Freunde haben mich auf diesen Award aufmerksam gemacht und mir gesagt, dass er sehr gut zu Plana.Earth passt und ich unbedingt teilnehmen solle. Also habe ich es mir angeschaut und war direkt inspiriert von all den Gründer-Geschichten der vergangenen Teilnehmer – und habe mich beworben.

2. Was, außer einer möglichen Finanzspritze, willst du mit deiner Teilnahme erreichen?

Für mich ist einer der größten Benefits meiner Teilnahme, dass ich einem so gezielten Publikum sichtbar gemacht werde. Ich glaube fest, dass Plana.Earth die gleichen Werte vertritt, die auch die Menschen hier teilen: junge Leute, die mit offenen Augen durch das Leben gehen und etwas zum Guten verändern möchten. 

Plastikfrei ist besser. (Bild via plana.earth/plastic)

3. Viele Teilnehmer hier haben einen sehr sozialen Aspekt – fehlt es deiner Meinung nach an Unterstützung durch die Politik?

Das Gefühl habe ich nicht, vor allem in Deutschland. Ich bin mit Plana.Earth extra hierher gezogen, da hier ein anderes Mindset herrscht. Es wird viel mehr über den Klimawandel und nachhaltiges Leben nachgedacht und auch entsprechend gehandelt. Die Regierung bietet viele Programme an, die Firmen wie meine unterstützen. Der WeWork Creator Award ist das notwendige Extra, das mir dabei hilft meine Idee in dieser Community zu promoten.

4. Wie geht es nach der Preisverleihung für dich weiter?

Unsere neue Plattform geht am 10. Dezember online. Das Geld werden wir in weitere Marketing-Maßnahmen stecken. Gleichzeitig ist es aber auch eine Bestätigung unserer Arbeit, hier gewonnen zu haben.

5. Wie lange hast du an den Programmen zur Auswertung der Daten gearbeitet?

Es hat insgesamt acht Monate gedauert, bis wir unsere Plattform launchen konnten. 

Zukunftsbaukasten für Flüchtlinge

ZuBaKa aus Frankfurt steht für ZukunftsBauKasten und wurde von Anna Meister ins Leben gerufen. Das Nonprofit-Unternehmen setzt sich für die Integration von jugendlichen Geflüchteten ein und begleitet diese in der Schule und über den Unterricht hinaus. Über ein Jahr lang wird den Jugendlichen dabei geholfen, unsere Sprache zu lernen, sich zurecht zu finden, Kontakte zu knüpfen und die eigenen Potentiale zu entfalten. Für das Interview sprachen wir mit der Gründerin Anna Meister.

1. Wie habt ihr vom WeWork Creator Award erfahren und warum habt ihr euch entschlossen teilzunehmen?

Wir haben kurz vor Teilnahmeschluss über das Social Impact Lab von diesem Award erfahren und uns direkt beworben. Für die Teilnahme musste man einen 90-sekündigen Clip einsenden … und unser Clip war wirklich richtig gut! Es hat unheimlich Spaß gemacht und wir hatten nichts zu verlieren, also haben wir es einfach gemacht.


2. Was erhofft ihr mit eurer Teilnahme zu erreichen?

Neben dem Geld spielt natürlich die Aufmerksamkeit eine große Rolle, die unser Projekt hier bekommt. Wir haben bereits den Special Impact Award und einige andere Preise gewonnen und gemerkt, wie viel so etwas bringt. Nicht nur unsere Zielgruppe erfährt, dass es uns gibt. Auch Lehrer*innen fragen uns vermehrt gezielt an und Förderer kommen auf uns zu, das bringt schon wirklich viel!

3. Viele Teilnehmer hier haben einen sehr sozialen Aspekt – fehlt es eurer Meinung nach an Unterstützung durch die Politik?

Beim Thema Bildung steht der Staat natürlich voll in der Verantwortung, aber die Budgets sind einfach noch immer viel zu gering. Es braucht viel mehr Akteure und gerade politisch ist es ein sehr schwerer Bereich, da das Thema Schule ja Ländersache ist. Ohne die zusätzlichen Fördergelder wären wir gar nicht überlebensfähig.

4. Inwiefern kann man euer Konzept auch international umsetzen?

Es ist nicht unmöglich, aber es ist sehr schwer. Allein das Schulsystem in Hessen entscheidet sich schon so stark von dem in zum Beispiel Bayern. Daher ist unser Fokus, bevor wir international gehen möchten, ganz klar eine deutschlandweite Skalierung. International zu arbeiten ist wirklich noch eine ferne Vision.

Die App gegen den Welthunger

ShareTheMeal aus Berlin ist eine App, die nicht weniger möchte, als den Welthunger zu bekämpfen. Bereits mit 40 Cent können die User mittels transparenter Peer-to-Peer-Spenden ein Kind für einen ganzen Tag ernähren und sieht dabei genau, wo und wie die eigene Spende eingesetzt wurde. Für das Interview sprachen wir mit Massimiliano Costa, Head of ShareTheMeal.

1. Wie habt ihr vom WeWork Creator Award erfahren und warum habt ihr euch entschlossen teilzunehmen?

WeWork hat eine große Community, die man kennt. Eine Kollegin erzählte mir von dem Award und sagte, wir sollten unbedingt mitmachen. Wir haben uns dann in letzter Minute beworben und es hat gekappt!

2. Was, außer einer möglichen Finanzspritze, habt ihr erhofft mit eurer Teilnahme zu erreichen?

Die Gemeinschaft von WeWork besteht aus vielen potentiellen „Early Adopters“ – junge Leute, die sich für Neuheiten interessieren. Klar, dass wir uns also durch unsere Teilnahme auch eine weitere Sichtbarkeit und weitere App-Nutzer erhoffen.

share the meal

Gegen den Hunger in der Welt (Bild: Share the Meal Presse)

3. Viele Teilnehmer hier haben einen sehr sozialen Aspekt – fehlt es eurer Meinung nach an  Unterstützung durch die Politik?

Ich denke nicht nur. Wenn man Geld benötigt, gibt es viele staatlich subventionierte Möglichkeiten, um an Geld zu kommen. Aber es ist natürlich toll von WeWork, dass sie sich ihres Impacts bewusst sind und solche Awards auf die Beine stellen.

4. Wie geht es nun, nach der Preisverleihung, für euch weiter?

Wir haben das World Food Programme der Vereinten Nationen im Rücken, daher ist es für uns toll und wichtig, auch die Start-up-Community auf unserer Seite zu haben und in diesem Bereich sichtbar zu sein. Das möchten wir weiter ausbauen und in Kontakt mit den Kreativen auf der ganzen Welt kommen.

5. Millennials wird ja gerne Egoismus nachgesagt – ihr beweist mit eurer App ja eigentlich das Gegenteil, oder?

Deine Worte sind lustigerweise sehr richtig. Wir haben eine Campus Ambassador Campaign gelauncht, die den Titel „Prove Them Wrong“ hatte. Denn es stimmt: Alle sagen, dass die Millennials immer nur am Smartphone hängen und an sich selbst denken. Aber sie machen sich auch viele Gedanken um die Zukunft unserer Welt und wissen um die Folgen ihres Handelns Bescheid.

Hier kommen die Gewinner des WeWork Creator Awards auf einen Blick!

Insgesamt drei Gewinner konnten den Award in der Kategorie Business Venture entgegen nehmen:

318.000 Euro gingen an das Berliner Unternehmen Amparo von Lucas Paes. Amparo hat Prothesen entwickelt, die innerhalb von zwei Stunden individuell angefertigt und bis zu zwei Mal modifiziert werden können. Die Preise der Prothesen liegen weit unter dem üblichen Verkaufspreis und werden in Zusammenarbeit mit Kliniken unter anderem in Kriegsgebieten Bedürftigen zur Verfügung gestellt.

Die Sprachlern-App Beelinguapp von David Montiel konnte 158.000 Euro mit nach Hause nehmen. Die App zeigt Texte und Tonspuren parallel in zwei Sprachen an, sodass die Nutzer mit Büchern, Hörbüchern oder Karaoke spielerisch ihre Kommunikation verbessern.

Plana.Earth gewann als drittplatzierter Finalist noch 62.000 Euro für die weitere Arbeit an dem spannenden und wichtigen Projekt.

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Lucas Paes von Amparo freut sich über den Gewinn (Foto: Lupo Cordero für wework)

Kategorie Nonprofit für gemeinnützige Alternativen:

Die Little Sun Foundation aus Berlin gewann den mit 60.000 Euro dotierten Hauptpreis. Die Organisation liefert erschwingliche Energien für Menschen ohne Zugang zu Strom und mobilisiert im gleichen Atemzug den Klimaschutz durch solarbetriebene Lampen und Ladegeräte.

ZuBaKa aus Frankfurt sicherte sich 15.000 Euro und wird das Geld nutzen, um sein Projekt auf an Schulen außerhalb von Frankfurt auszuweiten.

Ebenfalls 15.000 Euro gingen an die Berliner App ShareTheMeal und ermöglichst es der gemeinnützigen Organisation, die Funktionen der App weiter zu verbessern und die eigene Bekanntheit zu steigern.

Zusätzlich wurde noch ein Preis in der Kategorie Performing Arts verliehen, dessen Finalisten*innen jedoch nicht als Teil des Elevator Pitches aufgetreten sind. Den Award in Höhe von 15.000 Euro konnte die aus L.A. stammende und in Berlin lebende Musikproduzentin Simonne Jones entgegennehmen. 

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60.000€ gibt es für Little Sun (Foto: Lupo Cordero für wework)

Am Ende der Verleihung bin ich überwältigt von all den tollen Ideen, die da noch immer oftmals ungesehen in Deutschland existieren und von inspirierenden, motivierten Menschen vorangetrieben werden. Es war ein lautes Event, ja, auch ein sehr amerikanisches – in Deutschland muss man sich an diese Rock’n’Roll-Attitüde mit Sicherheit noch gewöhnen –  doch es macht Sinn. Schließlich handelt es sich bei den Finalisten und Finalistinnen um junge, engagierte Menschen, die in der internationalen Community aus Kreativköpfen, die in den WeWork-Offices täglich aufeinandertreffen, gesehen werden möchten. Ich lasse meine Eindrücke auf der Aftershow-Party erst mal bei ein Paar Bier sacken – dass der fünffache Grammy-Gewinner Mark Ronson mit einem DJ-Set den Abend abrundet, wundert mich nach dieser Veranstaltung dann schon nicht mehr. Think big, act bigger ist das Learning, das ich von den WeWork Creator Awards mit nach Hause nehme. 

Übrigens: Das globale Finale der WeWork Awards findet im Januar 2019 in New York statt. Hier werden alle Gewinner der weltweiten Semi-Finals gegeneinander antreten und haben nochmal die Chance auf eine hohe Förderung ihrer Projekte. Übt bei der nächsten Fahrstuhl-Fahrt doch schon mal eure Pitches!

Lisa ist rastlos und müde vom Status Quo. Deshalb hat sie ein unisex Onlinemagazin ins Leben gerufen - Beige.de. Wenn sie darüber hinaus Zeit für inspirierende und unterhaltsame Inhalte hat, schreibt sie ab und zu für uns. Lisas Hund Martha und Vreni haben am selben Tag Geburtstag.