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FSK 18 Hörspiel – Die Juten Sitten

[Werbung] Ein Hörspiel, das du am besten nicht gemeinsam mit deiner Mutter anhörst, erscheint jetzt bei Audible Original. „Die Juten Sitten“ spielt in den goldenen Zwanzigern und enthüllt dreckige Wahrheiten. Wir haben mit Autorin Anna Basener gesprochen.



Die juten Sitten – das FSK 18 Hörspiel

Hedi ist eine berühmte deutschstämmige Hollywoodschauspielerin. Momentan geht es bei ihr aber nicht so glamourös zu, denn Hedi sitzt in einem Frauengefängnis in Hollywood. Sie hat einen Mann erschossen. Ein Journalist der New York Times will sie dazu befragen. Dem erzählt sie allerdings nichts von dieser Tat, sondern driftet hinüber in ihre Vergangenheit. Hedi berichtet in Rückblenden von ihrer ungewöhnlichen Kindheit in einem Berliner Bordell namens „Ritze“.

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Immer an der Grenze zwischen Legalität und Illegalität wächst sie bei ihrer furchtlosen Oma Minna auf, die das Bordell betreibt. Ihr Vater Fritz ist ein egozentrischer Gigolo, der von seiner Tochter nichts wissen will. Zur „Ritze“ gehören Colette, die schönste Hure Berlins, und die strenge Domina Natalia, die Hedis großes Vorbild ist. Diese außergewöhnlichen Frauen sind es, die Hedi geprägt haben und denen sie mit ihrer Geschichte ein Denkmal setzt. Dies tut sie mit viel Humor und einer großen Portion Liebe. Und was ist mit dem toten Mann? Wir werden es erfahren… oder?

Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten und Personen, die Handlung ist jedoch frei erfunden.

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Im Gespräch mit Autorin Anna Basener

Anna Basener ist Schriftstellerin und Hörspielautorin, schreibt Drehbücher und Theaterstücke. Sie finanzierte ihr Studium in Hildesheim mit dem Schreiben von Adelsromanen. Laut der ZEIT war sie damals „die erfolgreichste deutsche Groschenromanautorin“. Sie moderiert den Audible-Podcast „GALA Royals“, schrieb ihr literarisches Debüt über Huren im Ruhrpott und weiß alles über Prostituierte und Prinzessinnen. Höchste Zeit, mit dieser spannenden Frau beim audible Dinner zu Die Juten Sitten zu plaudern.

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Pressedinner anlässlich „Die Juten Sitten“ in Berlin

Was fasziniert dich an den 20er Jahren?

Dieses Jahrzehnt ist historisch einfach einzigartig. Zwischen zwei Weltkriegen, zwischen Weltwirtschaftskrise und ersten kapitalistischen Exzessen. Politisch komplett instabil, weil die Regierung gefühlt alle 15 Minuten wechselt. Man sagt zu der Zeit auch „Die goldenen Zwanziger“, weil Nächte damals oft sehr glamourös und von Verschwendungssucht geprägt waren, aber andererseits herrschte bittere Armut für den Großteil der Bevölkerung und eine radikale Klassengesellschaft. Sehr gut wiederum: Die Frauen emanzipieren sich, tragen Hosen, schneiden sich die Haare, verdienen ihr eigenes Geld, oft nur als schlecht bezahlte Schreibkräfte, aber das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Alles in allem: Eine Zeit voller Gegensätze, das ist immer faszinierend. Und Umbrüche auch.

Welche kuriosen Facts von damals gibt es, die vielleicht gar nicht so bekannt sind?

In den Zwanziger Jahren hießen die Haribo Goldbären noch Tanzbären, im Hotel Adlon gab es Gigolos für weibliche Gäste und wer seinen Champagner ohne Kohlensäure trinken wollte, rührte diese mit einem Champagnerquirl aus dem Getränk heraus.

Hörspiel Anna Basener Die Juten Sitten

Anna Basener beim Dinner von audible zur Feier des neuen Hörspiels „Die Juten Sitten“

Wie ist es, ein Hörspiel zu konzipieren und aufzunehmen? Was hättest du so vielleicht nicht erwartet?

Die Aufnahmen selbst sind für mich ein einziges emotionales Erlebnis. Ich war nur ein paar Mal zu Besuch im Studio, aber ich bin dann wie berauscht. Ich habe in so einem Moment auch gar keine Distanz, weshalb ich niemals selbst Regie führen könnte. Ich sitze da nur, höre Sprecherin Jeanette Hain zu und bin verliebt.

Wenn ich ein Hörspiel schreibe, dann schreibe ich noch dialogischer als in meinen Romanen und mache mir Gedanken, wie die Bilder, die ich entstehen lasse, klingen. Besonders ist vielleicht noch, dass Die juten Sitten eine Serie ist, die Kapitel/Folgen müssen daher ungefähr gleich lang sein und dürfen gern auch mal mit einem Cliffhanger enden.

Hörspiel audible

Wie ist dein Background als Schriftstellerin? Wie bist du dazu gekommen, wie hat es sich entwickelt?

Ich hab mein Studium in Hildesheim zum Teil mit Groschenromanen finanziert und hab gut fünf Jahre ganz viele Kitschhefte geschrieben, eine tolle Zeit. Aber weil es in der Trivialliteratur sehr viele Regeln gibt, bin ich irgendwann zur Popliteratur weitergezogen, da gibt es in Sachen Sex, Politik und Gewalt keine Vorschriften, das macht mich im Schreiben freier. Ich habe zwei Romane und zwei Hörspielserien geschrieben und von meinem Debüt „Als die Omma den Huren noch Taubensuppe kochte“  sowohl eine Theater- als auch eine Drehbuchadaption. Das Theaterstück läuft gerade in Dortmund und die Verfilmung ist in Arbeit. Ich lebe vom Schreiben, das heißt vor allem, dass ich SEHR viel schreibe.

Was ist dein größter Traum für deine Karriere?

Nicht mehr so viel schreiben zu müssen, nur ein Roman pro Jahr wär schön. Ansonsten bin ich sehr zufrieden, ich kann meinen Tag einteilen, wie ich will. Audible und Eichborn, mein Verlag, lassen mich schreiben, was ich will, und ich kann machen, worauf ich Bock habe. Das ist ein großes Geschenk!

Was muss ich unbedingt sonst zu „Die juten Sitten“ wissen?

Es ist in jedem Fall und mit Recht ab 18! Wer wissen will warum, muss es hören…

Danke Anna für dieses spannende Interview und die Einblicke in deine Arbeit. Das Hörspiel ist selbstverständlich bereits in die App geladen und wird heute begonnen. Hier könnt ihr „Die juten Sitten“ kaufen. Viel Spaß!

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Vreni ist Maître d'Internet, Sinnfluencer und trägt ihr Herz auf der Zunge. Seit fast einem Jahrzehnt bloggt sie sich durchs WWW und widmet sich mit Herzblut auch kritischen Themen in ihrer Branche.