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FIRST TIME: 7 Tage Yoga 

First Time, etwas zum ersten Mal ausprobieren. Unsere neue Kategorie beschert mir eine Woche vollgepackt mit Yoga-Übungen.

Dabei wollte ich nicht nur die typische 10-Minuten Challenge am Morgen ausprobieren, sondern unterschiedliche Kurse in verschiedenen Umgebungen testen. Ob ich zum Yoga-Bär mutiert bin, das könnt ihr in meinem Wochenrückblick erfahren.

Ich bin kein großer Yoga-Fan. Zumindest dachte ich das bisher. Letztes Jahr im Uni-Sport habe ich einen Yogalates-Kurs belegt, das ist eine Mischung aus Yoga und Pilates und ziemlich anstrengend. Spaß hat es mir damals nicht wirklich gemacht, ob es diese Woche anders wird?

Tag 1 – Kommt dann doch ganz anders

Eigentlich hatte ich vor meine erste Yoga-Stunde im Freien zu verbringen. Das Wetter hat allerdings andere Pläne, sodass ich mich lieber zu Hause auf die Matte schwinge. Auf YouTube finden sich unzählige Yoga-Videos und ich bin von dem riesigen Angebot etwas erschlagen. Schließlich entscheide ich mich für ein 20 Minuten Anfänger-Workout von Mady Morrison.

Es ist übrigens abends, denn in der Früh war ich tatsächlich im Fitnessstudio, um mein reguläres Fitnessprogramm durchzuziehen: 30 Minuten TRX-Training und 30 Minuten Mobility. Noch glaube ich naiv, dass ich dieses Pensum die ganze Woche durchhalte. Aber zurück zur ersten Yoga-Einheit. Ich komme schnell rein, denn alle Stellungen, oder wie echte Yoginis sagen Asanas, sind einfach nachzumachen. Besonders die angenehme Stimme von Mady hilft mir durch die Atemübungen. Nur die Stein-Optik des Videos ist etwas gewöhnungsbedürftig. 

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https://www.youtube.com/watch?v=UErN1VLCXC0&t=105s

Tag 2 – Erster Ausfall

Der erste Ausfall direkt an Tag 2? Das ging schnell. Ich habe meinen Nachbarn von der kleinen Challenge erzählt, sodass diese mich kurzerhand zu ihrem Yoga-Abend einluden. Der findet jede Woche dienstags statt. Nur leider nicht heute. Mit Yoga-Matte über der Schulter laufe ich also wieder nach Hause und freue mich insgeheim doch ein wenig. Denn zu Hause kocht mein Freund bereits ein leckeres Abendessen und die neue Staffel Dark wartet auch auf mich. Natürlich hätte ich zu Hause angekommen die Matte ausrollen und noch eine YouTube-Session einlegen können. Aber das Essen ist schon fertig und irgendwie habe ich auch keine Lust mehr heute Yoga zu machen. Ich bin kaputt von der Arbeit und die Couch ist einfach viel verführerischer als die Yoga-Matte. 1 zu 0 für die Couch.

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Tag 3 – Morgenmuffel

Ich würde euch super gerne erzählen, wie sehr Yoga meinen Alltag, mein Bewusstsein und mein Lebensgefühl verändert, aber bisher fühle ich es (noch) nicht. Es ist bereits Tag 3 und ich versuche mich am morgendlichen Yoga vor der Arbeit. Wieder mit Mady und dieses Mal eine zehn Minuten Einheit: Yoga Morgenroutine – den ganzen Körper dehnen und mobilisieren. Es fühlt sich an wie eine Muss und nicht wie Wollen. Ich liege also auf der Matte, atme mehr oder weniger bewusst laut ein und aus und denke irgendwie an mein Bett. In der letzten Nacht habe ich wirklich sehr schlecht geschlafen. Als wäre ein LKW über mich gefahren, inklusive tiefer Reifenspuren in Form meiner Augenringe. Mittlerweile ist mein Freund wach geworden, denn wir haben in unserer Maisonette-Wohnung keinen abschließbaren Raum. Er hört, was ich ausübe. Herabschauender Hund, Krieger und Morgengruß. Immerhin läuft die Kaffeemaschine bereits im Hintergrund.

Tag 4 – Der Yoga-Flow hat mich erfasst

Yoga in der Natur – das passt doch perfekt zusammen. Anstatt also morgens alleine im Schlafanzug mit verklebten Augen auf der Matte den Morgengruß zu zelebrieren, entscheide ich mich, eine Yoga-Stunde im Freien zu erleben. Auf Facebook finde ich einige Veranstaltungen in Berlin, unter anderem Yoga on the Move. Das ist ein Projekt von mehreren Yoga-Lehrerinnen, die während der Sommerzeit an einzigartigen Orten in Berlin Yoga-Stunden geben. Jede*r ist willkommen, egal ob Anfänger*in oder Profi. Da der Kurs auf Spenden basiert, gibt man so viel, wie man kann und natürlich wie viel es einem wert ist. Als Richtwert wird auf der Website 8 bis 10 Euro angegeben.  

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Mit der Yoga-Crew rauf aufs Tempelhofer Feld

Es kann also losgehen: 90 Minuten Vinyasa-Yoga auf dem Tempelhofer Feld. Die Trainerin Aleks ist super sympathisch und führt gekonnt durch die Übungen. Zwischendurch muss ich mir ein Lachen verkneifen, weil mein Fotograf (a.k.a. mein Freund) direkt neben mir sitzt und die komplette Zeit fotografiert. Knips, knips, knips, höre ich zwischen all den schönen Naturgeräuschen. Die Idee war eigentlich, dass Fränki zu Beginn zwei, drei Fotos macht, aber irgendwie saß er dort im Gras, still wie eine Statue, über 60 Minuten und fotografierte im Sekundentakt. Trotz der kleinen Ablenkung hat mir diese Yoga-Stunde die Augen geöffnet. Selten ging es mir im Anschluss so gut und auch während der Übungen hatte ich nie ein Gefühl von Langeweile. Vielmehr fühle ich mich voller Energie und irgendwie positiv eingestellt. Mir gehts in jedem Fall viel besser als vor der Yoga-Stunde. 

 

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Die Brücke klappt schon mal…

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Tag 5 – Call me Yoga-Bär

Das ging schnell. Beflügelt vom gestrigen Erlebnis fahre ich freudig um 7 Uhr morgens ins Fitnessstudio. Ich habe schon länger eine Mitgliedschaft bei Fitness First, aber bisher die Yoga-Kurse gemieden. Ab wann ist man eigentlich Fortgeschrittene beziehungsweise nicht mehr Anfängerin? An Tag 5 ist der Kurs für Fortgeschrittene bestimmt machbar, oder? Das hoffe ich zumindest. Tatsächlich ist der Hatha Yoga Flow-Kurs für Fortgeschrittene relativ entspannt, auch wenn einige Übungen herausfordernd sind. Es kommt immer darauf an, wie lange die einzelnen Asanas (Stellungen) gehalten werden. Richtig toll finde ich die Ausgeglichenheit zwischen Anstrengung, Bewegung und Entspannung. Zum Ende des Kurses wird es dann sehr meditativ, wodurch ich richtig zur Ruhe komme. Interessant, welche Gedanken einem dann kommen und wie man sich in diesen treiben lassen kann. Perfekt, um energiegeladen und ganz bewusst in den Tag zu starten.

Tag 6 – I’m on fire

Es ist Samstag. Auch wenn ich die Wochenenden oft zum Schreiben nutze, genieße ich es samstags etwas später aufzustehen und erst mal zum Sport zu gehen. Statt des üblichen HIIT-Training steht heute Fünf Elemente Yang Yoga auf dem Programm. Yoga-Trainerin Mareen von lani berlin nutzt in den Sommermonaten das Deck 5 auf den Schönhauser Acarden für ihre Kurse.

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So liegend ist es gar nicht anstrengend.

Inmitten von Strandkörben und Sand fühle ich mich gleich in den Urlaubsmodus versetzt. Mareen ist eine Freundin von mir, deshalb hatte ich schon einmal das Vergnügen an einer spontanen Yoga-Stunde teilzunehmen. Auf dem Parkdeck, den Wind um die Ohren brausend und die Sonne ins Gesicht scheinend, ist der Kurs im Element des Feuers noch viel besser als ich es mir vorher ausgemalt habe. Die Übungen sind anstrengend, aber keine Sorge, es gibt immer wieder Momente der Entspannung. Mit Mareens Hilfe schaffe ich sogar einen Kopfstand. Im Anschluss an den Kurs gibt es Drinks an der Bar und nette Gespräche mit den anderen Teilnehmerinnen. Das Leben kann so schön sein.

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Noch vier tiefe Atemzüge halten – plötzlich fängt der Po an zu zittern und die Bauchmuskeln zucken. Yoga kann auch fordernd sein.

Tag 7 – Mein Fazit

Der letzte Tag meiner Challenge kommt mir gar nicht wie ein Ende vor. Vermutlich weil es das nicht ist. Denn eins steht fest: Ich möchte Yoga in meinen Alltag integrieren. Mir persönlich machen die Kurse im Freien und im Fitnessstudio mehr Spaß. Ich komme besser zur Ruhe und in den Flow, als zu Hause alleine auf der Yoga-Matte. Nichts gegen Mady! Die YouTube-Videos sind in jedem Fall eine gute Möglichkeit Yoga am Morgen auszuüben. Ich gehe aber lieber ins Studio. Was mich am positivsten überrascht hat, ist die Auswirkung auf die eigenen Gedanken. Ich denke viel zu oft negativ über meinen Körper, bin unsicher und versuche möglichst nichts Körperbetontes zu tragen. Nach einer Woche Yoga-Übungen stand ich in Leggings und Sport-BH vor der Kamera und habe mich dabei nicht unwohl gefühlt. Dankbar zu sein, Unsicherheiten über Bord zu werfen und den Fokus auf die Gegenwart zu legen -das hat mir Yoga in so kurzer Zeit gelehrt. Mir ist klar, dass ich noch ganz am Anfang stehe, aber ich freue mich riesig den Weg zu mehr Achtsamkeit mit und durch Yoga zu beschreiten.

Heute geht es übrigens wieder ins Fitnessstudio. Namasté.

Besonderer Dank an Fränki für die tolle Bebilderung.

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Mein Happy Face nach einer Woche Yoga.

Eva kam durch Vrenis legendären Flohmarkt zu neverever.me - nach einem Praktikum war klar, hier möchte sie bleiben. Jetzt ist Eva heißgeliebter Bestandteil des Teams. Nachhaltigkeit und Veganismus sind ihre Herzensthemen. Wenn sie nicht bloggt, dann findet ihr sie in der Uni-Bibliothek, wo sie (mal mehr mal weniger fleißig) für ihre Bachelorarbeit recherchiert.