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Einwegkamera – Du hast das Smartphone vergessen…

„Hast du schon meine Urlaubsfotos gesehen?“ Darauf gibt es meist zwei Antworten: „Ja, die habe ich doch schon bei Instagram gesehen“ oder „Nein, zeig sie mir (auf deinem Smartphone!)“. neverever.me fragt: Was wäre, wenn die Einwegkamera zur Antwort wird? 

Damals, wenn es in den Sommerferien in den langersehnten Urlaub an die italienische Mittelmeerküste oder einen Tag an den brandenburgischen See mit der gesamten Familie ging, durfte neben Sonnencreme, Luftmatratze und Taucherbrille eine ganz bestimmte Sache nicht fehlen: die Kamera. Immer im Gepäck, liefern ihre Fotos uns Erinnerungen an die schönsten Momente vergangener Jahre. Wie aufregend es war, wenn man nach einer Woche endlich, endlich die analogen Bilder in der Hand hielt. Sorgsam wurden sie in Alben geklebt und mit Erinnerungsschnipseln dekoriert.

Einwegkamera

Das entwickelte Foto als haptische Erinnerung

Heute, wenn wir in unserem langersehnten Urlaub an Stränden südostasiatischer Inseln oder mit Freunden am See in Berlin liegen, haben wir Sonnencreme, Luftmatratze und vielleicht auch die Taucherbrille im Gepäck. Doch eine ganz bestimmte Sache fehlt: die Kamera. Das Smartphone gezückt, ist der Moment im kühlen Nass festgehalten und mit Familie und Freunden in Sekunden geteilt. Wir kommen von langen und weiten Reisen zurück, haben bereits nach wenigen Tagen Fernweh und sehnen uns nach der vergangenen abenteuerlichen Zeit, die wir verbrachten. Wir treffen unsere Freunde und wollen ihnen von unserer Reise berichten. Enthusiastisch sitzen wir vor ihnen und entwickeln durch unsere Erzählung ein Abbild unserer Erlebnisse. Jedoch ohne ein wirkliches Abbild entwickelt zu haben. Fotos auf Papier. Eine Art haptische Erinnerung.

„Du hast dein Smartphone vergessen, mein Michael…“

Hatte man damals den Farbfilm daheim vergessen, war nicht nur Nina Hagen – aus gutem Grund – sauer auf ihren Michael, denn es glaubte ihnen später keiner „wie schön’s hier war“. Ihre Erlebnisse konnten nicht in Bildern festgehalten werden und Erinnerungen lebten „nur“ in Gedächtnis-Fotoalben weiter. Mit der ständigen Weiterentwicklung und Verbesserung unserer Smartphone-Kameras etablierte sich die Smartphone-Fotografie und mit ihr das Smartphone als unser Fotoalbum. Das alte Fotoalbum aus Kindheitstagen blieb lange leer.

Doch warum nicht zurück zum analogen Momentsammler? Zurück zu Aufnahmen, die wir nicht sofort auf dem Smartphone-Bildschirm anschauen, bearbeiten und posten können. Kein Bild, das gelöscht werden kann. Hin zu der spannenden Wartezeit von der Abgabe der Einwegkamera, bis zur Abholung und dem ersten Betrachten unserer Erinnerung. Erinnerungen, die unserer Momente mehr als nur abgelichtet haben. Denn es ist überraschend, wie nah die Momentaufnahmen in das Jetzt zurückkehren und wiederbelebt werden können – waren sie doch schon fast vergessen.

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Zurück zur Einwegkamera!

Der Erinnerungssammler für die Fortgeschrittenen unter euch richtet sich ganz besonders an alle Perlentaucher: Die Unterwassereinwegkamera. Die wasserdichte Version der Einwegkamera. Je nach Modell können hiermit sogar alle Muscheln, Fische und Schnorchelfreunde festgehalten werden. Wie gut das klappt? Den ersten Test wagte neverever.me im Andaman See, einem Randmeer des indischen Ozeans. Nicht tiefer als 3 Meter darf der Tauchausflug mit der Kamera laut Anleitung gehen. Das Ergebnis: Kein Sieger im Vergleich mit hochauflösenden Fotos digitaler Kameras, aber hält man die Bilder einmal in der Hand, sind die verschwommenen Fische wieder so klar wie einst im Meer.

Die Einwegkamera überzeugt in allen Lebenslagen, verlangt jedoch einige Filme an Übung. Fotos mit einer Qualität und Auflösung im 90er-Jahre-Retro-Charme fügen sich in das Familienfotoalbum – aus den 90ern – ein und liefern uns einen wundervollen Blick in unsere Vergangenheit. Der Blick der eigenen Freunde, wenn beim nächsten Dinner nicht das Smartphone sondern die Fototasche gezückt wird, ist gold wert. Und sie werden genau so überrascht sein, wie sie es als Kind waren.

Übrigens: Noch viel schöner ist es, wenn beim Ausmisten oder Aufräumen von alten Kisten eine Einwegkamera zum Vorschein kommt und man keine einzige Erinnerung mehr daran hat, was auf ihrem Film festgehalten wurde. Und jede entwickelte Einweg- oder Unterwasserkamera verlangt außerdem entweder nach einer Fotobox, oder nach einem neuen klassischen Fotoalbum – Zeit wieder kreativ zu werden!

Stefan ist tapferes Schreiberlein, Stylist und Schöngeist. Seine Vorliebe für die Farbe Schwarz reicht von seinem Kater Jasper über Mode bis hin zum Schwerpunkt seines Kunstgeschichtsstudiums. Er sammelt Docs, hat ein Faible für Bundfaltenhosen, trägt jedoch trotz seines Nachnamens nie eine Uhr.