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Backpacking auf Malediven

Backpacking auf den Malediven – ja das geht!

Die Malediven sind DAS Traumreiseziel. Doch für viele bleibt es lediglich ein Traum, denn günstig ist die Reise keineswegs. Oder doch? Wir waren zwei Wochen unterwegs, fernab der kostspieligen Ressorts und stellen fest: Backpacking auf den Malediven muss nicht teuer sein!

Backpacking auf den Malediven

Traumstrand auf Rasdhoo Island.

Die Malediven liegen im indischen Ozean und umfassen 1.196 Inseln, die zusammen 26 kreisförmige Atolle bilden. Zum Vergleich, von den 1.196 Inseln sind lediglich 220 durch Einheimische bevölkert und 87 Inseln dienen ausschließlich dem Tourismus. Früher war es Tourist*innen nur erlaubt auf den für sie vorgesehenen Tourismus-Inseln zu urlauben. Was bedeutet, dass sich ohne Genehmigung keine Urlauber*innen auf den Inseln der Einheimischen aufhalten durften. Dass führte dazu, dass die einzige Möglichkeit auf den Malediven Ferien zu machen, die auf den luxuriösen Touri-Inseln war. Bis im Jahr 2009, denn dann öffnete der damalige Präsident Mohamed Nasheed, der erste demokratisch gewählte Präsident, das Gesetz: auch Einheimischen soll es erlaubt sein, Gästehäuser auf ihren Inseln zu errichten. Dazu förderte der Präsident das Fährensystem, sodass die Inseln von der Hauptstadt Malé gut zureichen sind. Seit 2012 lebt Mohamed Nasheed im Londoner Exil und der konservative Abdulla Yameen ist im Amt des Präsidenten. Der neuen Regierung sind die Gästehäuser ein Dorn im Auge, doch so leicht lassen diese sich nicht mehr schließen. Die Inselbewohner*innen waren die letzten Jahre fleißig und sind ein Teil des boomenden Tourismus geworden.

Backpacking auf Malediven

Kristallklares Wasser und traumhafte Sandstrände

Von der Hauptstadt Malé fahren wir eine gute Stunde mit dem Public Speedboat zum Ari Atoll (auch Alif Alif Atoll genannt). Das nördliche Atoll umfasst mehrere kleine Inseln, eine davon ist Rasdhoo Island. 1000 Einwohner*innen zählt die auf 500 Metern Länge und 600 Metern Breite ausgedehnte Insel, die besonders für ihre tollen Taucher-Spots bekannt ist. Angekommen müssen wir uns erst mal ausruhen, denn der Wellengang hat mir während der Fahrt mit dem Speedboat sehr zugesetzt.

Malediven

Ausgeknockt von der Anreise.

Wir nächtigen im Rasdhoo Island Beach Front Inn und sind fast die einzigen Gäste. Nur ein sehr freundliches, braun gebranntes, und mit Muskeln bepacktes italienisches Pärchen liegt mit uns am Strand. Die beiden Jungs bleiben jedoch nur 3 Tage, sodass wir den Traumstrand des Hotels und das einladende Hausriff für uns allein haben. Der Privatstrand des Hotels wird regelmäßig gereinigt, daher ist er sehr sauber. Anders sieht es 30 Meter weiter aus. Der Dreck der aus dem Ozean angespült wird, ist kaum zu beseitigen, denn wohin mit dem Abfall? Die Einheimischen scheinen hier überfordert, denn die Entsorgung kostet viel Geld und das für Müll, der täglich angespült wird.

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Backpacking auf den Malediven

Wir fühlen uns sehr wohl auf Rasdhoo. Am Privatstrand des (noch) kleinen Hotels – derzeit bauen die Hoteleigentümer ein zweites Gebäude im Hostel-Charme mit Mehrbettzimmern – begrüßt uns jeden Morgen ein großer Reier, der mit den Fischern um den besten Fang Ausschau hält. Wir schnorcheln täglich am Hausriff und entdecken zahlreiche Fische, Riffhaie, Mantas und auch Stachelrochen. Die Unterwasserwelt ist absolut atemberaubend und ein Sonnenbrand am Popo vorprogrammiert, da wir gar nicht mehr aus dem Wasser rauswollen.

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Auf Rasdhoo gibt es zwei „Hauptstraßen“ mit Geschäften: Tourist Street 1 und Tourist Street 2.

Die Insel ist schnell erkundet. Neben drei Restaurants und mehreren Mini-Supermärkten, gibt es kleine Shops für Souvenirs, Bademode sowie eine Post. Übrigens ist es am Strand des Hotels erlaubt in Bikini zu baden, sobald ihr die Hotelanlage verlasst müsst ihr euren Körper mit Kleidung bedecken. Die Schultern dürfen nicht zu sehen sein und die Knie müssen ebenfalls bedeckt sein, dass gilt für Frauen genauso wie für Männer. Wir haben uns daran gehalten, weil es Teil der Kultur ist und wir nur Gäste sind. Fast alle anderen Tourist*innen hielten dies nicht für notwendig. Das müsst ihr für euch entscheiden. Die Einheimischen freuen sich so oder so euch zu sehen, denn die Gastfreundschaft ist spitzenmäßig und auch in kurzen Shorts, werdet ihr angelächelt und willkommen geheißen.

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Der Hafen von Rasdhoo Island.

Kulinarisch auf den Malediven

Das Team des Rasdhoo Inns verpflegt uns morgens mit frischen Obst, Toast und dem für die Insel typischen Roschi – ein dünnes Fladenbrot, das ebenso zu Fischgerichten gereicht wird. Super lecker! Fisch ist die Hauptnahrungsquelle der Inselbewohner*innen. Verständlich, muss alles andere teuer importiert werden. Als Fischliebhaber*in kommt ihr hier ganz bestimmt auf eure Kosten: Gebratener Thunfisch, Fischcurry, Rotbarsch oder doch eine Makrele – satt werden ihr in jedem Fall. Ein Gericht im Restaurant kostet circa 9 €, bezahlt wird in US-Dollar oder mit Kreditkarte. Da die Restaurants oft kein passendes Wechselgeld haben, lohnt es sich direkt mit Karte zu zahlen. 

Mein Spar-Tipp: Bucht das Doppelzimmer nur mit Frühstück (oder HP). Die Restaurants versprechen etwas Abwechslung und Mittags reichte uns frisches Obst und eine Instantnudelsuppe von den Mini-Supermärkten. 

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Sitzt auch alles richtig?

Mein Highlight – der erste Tauchgang

Die Malediven, und besonders Rasdhoo, sind für ihre spektakulären Tauchspots bekannt. Es sollen die schönsten der Welt sein, so unser Tauchguide. Da es für mich der erste Tauchgang ist, gibt es eine kurze Einweisung (ca. 30 Minuten) und dann fahren wir schon raus aufs Meer. Beladen mit Sauerstofftank, Tauchermaske und ganz viel Respekt tauchen wir zu erst in der Nähe einer Sandbank auf nur 3-5 Metern Tiefe.

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Einige der Tauchspots rund um Rasdhoo.

Der Tauchlehrer zeigt alle vorher besprochenen Zeichen und Übungen, die mein Freund und ich aufgeregt nachmachen. Nach 10 Minuten ist die Übung vorbei, wir steigen wieder ins Boot und fahren zum Shark-Point. Nun soll es in Mitten von 30 Haien auf 12 Metern in die Tiefe gehen. Ähm – wie bitte? Den Absprung habe ich nicht gewagt, zu viel Angst schwellte in mir –  vor der Tiefe, nicht vor den Haien 😉 Am Ende des Tages ärgert es mich, diese Chance nicht wahrgenommen zu haben. Es ärgert mich so sehr, dass ich am nächsten Tag zur Tauchschule gehe und um einen weiteren Tauchgang bitte. Kein Problem, ich muss sogar nichts draufzahlen und bekomme doch noch die Chance auf mein persönliches Taucherlebnis. Und was soll ich sagen, es ist grandios! Nächstes Mal mache ich den kompletten Tauchschein, so viel steht fest. Kostenpunkt für einen Tauchgang inkl. Einweisung ca. 135€ pro Person. Für den richtigen Tauchschein, der mehrere Tage dauert, zahlt ihr ca. 490 €. 

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Ich will sofort wieder ins Wasser!!

Der Klimawandel bedroht das Paradies

Noch ist die Unterwasserwelt vielfältig und voller Leben, doch auch die Malediven sind vom Klimawandel bedroht. Einige Korallenriffe sind aufgrund der gestiegenen Wassertemperatur ausgebleicht. Es ist nicht klar, ob die Riffe sich davon wieder erholen können oder ob sie komplett absterben und damit der Lebensraum von Millionen von Tieren für immer zerstört ist.

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Ein Federschwanz-Stechrochen schwimmt ganz nah am Strand entlang.

Das Gefühl im Paradies zu sein und zu Wissen, dass es nicht mehr lange dauert bis all das Vergangenheit sein wird, wenn wir Menschen es nicht schaffen mit dem Planeten ökologischer und nachhaltiger umzugehen, dass hat uns sehr bedrückt. Die Malediven liegen nur knapp über dem Meeresspiegel, steigt dieser an, dann versinkt das Paradies endgültig.

Das kostet der Malediven-Urlaub

Das Rasdhoo Island Inn Beach Front ist relativ kostengünstig und schlägt mit 760 € für zwei Personen im Doppelzimmer inklusive Frühstück für zwei Wochen zu buche und ist damit für Backpacking auf den Malediven wunderbar geeignet. Dazu kommen jedoch noch Steuern: Service Charge 10 Prozent, Green Taxes 3 Dollar pro Nacht/pro Person, 12 % T-GST (Tourism Goods and Service Tax) sowie Transfer Charges $ 40 (wenn ihr die Rechnung mit Kreditkarte zahlt). Kostenpunkt insgesamt für zwei Wochen für zwei Personen: 1.313,90 €. 

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Am Abreisetag ist unserer Fähre ausgefallen. Letzte Möglichkeit um den Flieger noch zu kriegen: Wasserflugzeug.

Flugkosten

Unser Flug nach Malé startete von Johannesburg, da wir vorher einen Monat dort verbrachten. Von Berlin fliegen die gängigen Fluggesellschaften wie beispielsweie Lufthansa, Concord, Emirates oder Singapore Airlines. Die Flüge kosten zwischen 380€ – 750 € pro Person pro Flug. Es kommt ganz drauf an, welche Airline und wann ihr ins Paradies fliegen wollt.

Kosten Transportmittel (pro Person):

Öffentliche Fähre (Fahrtzeit 3-4 Stunden/ ca. 3 Dollar)
  • Rasdhoo nach Male Abfahrt um 11:00 Uhr: Jeden Sonntag und Mittwoch
  • Male nach Rasdhoo  Abfahrt um 9:00 Uhr: Jeden Montag und Donnerstag
Speedboat (Fahrtzeit 80 Minuten/ 40 Dollar)
  • Fährt täglich, am besten kontaktier ihr euer Hotel, dass euch die aktuellen Zeiten gibt.
  • Male nach Rasdhoo um 10:30 Uhr und 15.30 – 16.00 Uhr,  Freitags um 9:30 Uhr und 15:00 Uhr
  • Rasdhoo nach Male um 7:30 Uhr und um 13:30 Uhr.
Privates Speedboat
  • Kostenpunkt: $550-650, Fahrtzeit circa 80 Minuten.
Wasser-Flugzeug
  • Kostenpunkt: ca. $350, Flugzeit 15 Minuten.
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Mr. Crab

Einreisebestimmungen

Für Deutsche gelten keine besonderen Einreisebestimmungen. Lediglich euer Reisepass muss mindestens noch sechs Monate gültig sein. Bei Einreise erhalten ihr ein 30-tägiges Visum. Falls ihr Insel-Hopping betreiben wollt, bucht die ersten Nächte im voraus, denn das Einreiseamt verlangt eine Adresse, wo ihr unterkommt.

Ein wenig Cash schadet nie

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es kein Problem ist mit Kreditkarte zu bezahlen. Trotzdem ist es besser etwas Dollar und/oder die Landeswährung Maldivian Rufiyaa (= MVR) in der Tasche zu haben. Geld könnt ihr ohne Probleme am Malé International Airport eintauschen. Alle Urlauber*innen landen an diesem Flughafen.

Mein persönliches Fazit

Die Malediven sind paradiesisch und ein ganz besonderer Fleck auf der Erde. Türkises Wasser, Sandstrände und mittlerweile ein Tourismus fernab von Luxusressort ermöglichen es immer mehr Menschen diesen wunderbaren Ort zu erleben. Dabei ist der Tourismus Segen und Fluch zugleich. Unter den Folgen des Klimawandels leiden die Malediven sehr, und wenn es ganz schlecht läuft sind in 100 Jahren keine der Inseln mehr bewohnbar. Ich hoffe sehr, dass die Regierung in den nachhaltigen Tourismus investiert, sodass die Trauminseln noch lange bestehen.

Falls ihr euren nächsten Urlaub auf den Malediven plant, einer kleiner Tipp:  Auch wenn wir uns sehr Wohl auf Rasdhoo fühlten, bietet es sich an mehrere Inseln zu besuchen. Eine Woche auf der einen Insel und dann weiter mit der Fähre zur nächsten Trauminseln. Backpacking auf den Malediven ist ein Traumurlaub und ich hoffe irgendwann noch mal Teil dieser atemberaubenden Welt zu sein.

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Ob ich die süße Katze im Handgepäck mitnehmen darf?

Eva kam durch Vrenis legendären Flohmarkt zu neverever.me - nach einem Praktikum war klar, hier möchte sie bleiben. Jetzt ist Eva heißgeliebter Bestandteil des Teams. Nachhaltigkeit und Veganismus sind ihre Herzensthemen. Wenn sie nicht bloggt, dann findet ihr sie in der Uni-Bibliothek, wo sie (mal mehr mal weniger fleißig) für ihre Bachelorarbeit recherchiert.