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Ängste überwinden

Ängste überwinden – nur wie?

Jede*r hat vor etwas Angst. Manche Ängste sind sogar ganz sinnvoll, wie beispielsweise die Angst vor Feuer oder giftigen Schlangen. Andere Ängste hingegen behindern uns im Alltag und schränken uns ein. Wie können wir diese Ängste überwinden?

Für unsere Vorfahren war die Angst lebensnotwendig, um vor Gefahren zu fliehen oder sich im Kampf zu stellen.  Angst aktiviert den Körper. Wir sind wacher, das Herz schlägt schnell, die Atmung beschleunigt sich. Hände und Füße werden kalt und es kommt zu Schweißausbrüchen – der Körper ist in Alarmbereitschaft. Vor einem Tiger oder einer giftigen Schlange scheint das durchaus sinnvoll, aber vor einem Flugzeug oder einer großen Menschenmenge ist die Reaktion hinderlich. Wir wollen weder fliehen noch in den Kampf ziehen.

Angst – nur so ein Gefühl

Hinderliche Ängste können vieles sein: Flugangst, Prüfungsangst, Angst vor Menschen zu sprechen (davon kann ich ein Lied singen), Angst vor dem Autofahren, vor Aufzügen oder Spinnen. Die Liste ließe sich endlos fortführen. Dabei entstehen diese Ängste in unseren Köpfen, indem wir uns die Situation vorstellen und zwar möglichst grauselig und unangenehm. So schüren wir unsere Ängste und versuchen die auslösenden Situationen zu vermeiden. Das Problem? Dadurch wird die Angst nicht weniger, tendenziell sogar eher größer. Die Angst entpuppt sich wie ein Käfig, der uns in unseren Entscheidungen hindert und einengt. Höchste Zeit also sich seinen Ängsten zu stellen. Nur wie?

Ängste überwinden

Ängste überwinden

Viele Ängste schränken uns eher ein als wirklich hilfreich zu sein. © Aaron Blanco Tejedor/ unsplash.com

Die Angst neu bewerten

Wir malen uns die angsteinflößende Situation im Kopf als etwas ganz Dramatisches aus – ein Weltuntergangsszenario, das es eigentlich gar nicht gibt. Das Schöne? Es funktioniert auch andersherum. Versuche dir auszumalen, dass alles gut verläuft. Dass du beispielsweise die Prüfung, vor der du so Angst hast, meistern wirst. Positive Gedanken können die Angst eindämmen und helfen so diese zu überwinden. Meditation ist deshalb eine gute Hilfe, um die eigenen Gedanken zu lenken und sich bewusst der Angst im Kopf zu stellen.

Gemeinsam die Angst überwinden

Alleine auf einer Bühne stehen. Ziemlich furchteinflößend. Aber in einer Gruppe fällt es einem gleich viel leichter. Das ist nicht nur auf der Bühne so, sondern bei den meisten Ängsten hilft es, diese gemeinsam zu bezwingen. Besonders, wenn ihr normalerweise Situationen, die euch Angst machen, meidet. 

Ängste überwinden

Zusammen ist man stärker gegen die Angst. © Remi Walle/ unsplash.com

Konfrontation

Leider führt kein Weg daran vorbei. Nur indem wir uns unseren Ängsten stellen, können wir diese überwinden. Ziel ist es nicht, die Angst los zu werden, sondern trotz der Angst zu handeln. Und je öfter du angsteinflößende Situation meisterst, desto kleiner wird deine Angst. Dazu hilft es zunächst die Angst zu akzeptieren. Es ist nicht schlimm, wenn du vor etwas Frucht hast. Jeder Mensch hat Ängste. Sie zu akzeptieren, hilft loszulassen und sich der Angst zu stellen.

Entspannungsübungen

Die körperlichen Reaktion der Angst – Schweißausbrüche, Zittern, schnelle Atmung – können mit Entspannungsübungen eingedämmt werden. Eine große Hilfe sind Atemübungen, wie sie auch beim Yoga zum Einsatz kommen. Bei der Bauchatmung werden die Hände auf Höhe des Bauchnabels gelegt, die Augen geschlossen und mehrere Male ganz bewusst tief ein- und ausgeatmet. Dabei spürst du wie deine Hände sich heben und senken. Auch die Atempause ist eine tolle Übung um zu entspannen. Dazu beim Einatmen bis Vier zählen, den Atem drei Sekunden halten und wieder ausatmen. Auch beim Ausatmen wieder bis Vier zählen und die Luft wieder für drei Sekunden anhalten. Die Übung ein paar Mal wiederholen und euer Puls beruhigt sich. Die Entspannungsübungen lassen sich super integrieren, beispielsweise kurz vor einem Vortrag oder bevor ihr in ein Flugzeug steigt.

Angst hilft uns zu wachsen

Das persönliche Wachstum hängt eng mit der Angst zusammen. Sich selbst zu überwinden, seine eigenen Grenzen zu durchbrechen, ist eine Erfahrung, an der wir jedes Mal wachsen. Deshalb sollten wir die Angst als Hinweisgeber ansehen, der uns die Möglichkeit eröffnet etwas dazu zu lernen. Wir werden stärker, lernen uns selbst besser kennen und erwerben das Selbstvertrauen, dass wir jede Situation meistern können.

Wenn die Angst zu groß ist

Bei vielen Menschen kann die Angst so stark sein, dass man von einer Angststörung spricht. Hierunter fallen Phobien und Dinge, die einem so große Angst bereiten, dass man beispielsweise eine Panikattacke bekommt. Wenn du glaubst, dass du deine Angst allein nicht in den Griff bekommst, dann kann dir eine Verhaltenstherapie weiterhelfen.  

Teaserbild: Timothy Dykes/unsplash.com

Eva kam durch Vrenis legendären Flohmarkt zu neverever.me - nach einem Praktikum war klar, hier möchte sie bleiben. Jetzt ist Eva heißgeliebter Bestandteil des Teams. Nachhaltigkeit und Veganismus sind ihre Herzensthemen. Wenn sie nicht bloggt, dann findet ihr sie in der Uni-Bibliothek, wo sie (mal mehr mal weniger fleißig) für ihre Bachelorarbeit recherchiert.