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kompostierbare mode

Ab in den Garten – wir testen kompostierbare Mode

Klamotten, die nicht in der Altkleidersammlung landen, sondern die sich ganz natürlich zersetzen. Kennt ihr noch nicht? Dann kommt mit,  wir testen kompostierbare Mode bei Vrenis Eltern im Garten!

C&A, Calida, Trigema und auch Puma, sie alle haben bereits kreislauffähige Produkte im Sortiment. Was das bedeutet? Wenn das Produkt ausgetragen ist, können die Materialien wieder in einen Nährstoffkreislauf eingefügt werden. Somit entsteht kein Abfall und Ressourcen werden nicht verbraucht, sondern gebraucht. 

Kompostierbare Mode – Cradle to Cradle

Das Cradle to Cradle Prinzip (C2C) möchte neue Denkweisen etablieren, die bereits beim Design von neuen Produkten an die spätere Verwertung denken. Statt eines negativen Fußabdruckes soll ein positiver Fußabdruck entstehen. Das kann gelingen durch einen Kreislauf mit gesunden Materialien, die im Einklang mit natürlichen Systemen stehen. Dieser längst überfällige Umgang mit Ressourcen ermöglicht es uns, der unnötigen Verschwendung und Vermüllung ein Ende zu setzen. Das Cradle-to-Cradle-Zertifikat zeichnet Produkte aus, die diesem Standard gerecht werden, so auch kompostierbare Mode.

Dabei setzt das Zertifikat auf fünf Säulen: 

  • Gesunde Inhaltsstoffe: Materialien mit unschädlichen chemischen Inhaltsstoffen
  • Wiederverwertbare Rohstoffe: Es gibt zwei Materialströme, den biologischen und den technischen. Am Ende des Lebenszyklus werden alle verwendeten Materialien diesen Kreisläufen zurückgeführt
  • Erneuerbare Energien: Die benötigte Energie wird aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen 
  • Wasser Management: Alle verwendeten Wasserressourcen müssen so effizient wie möglich verwendet werden
  • Soziale Verantwortung: Die Arbeitsbedingungen müssen den höchstmöglichen Standards entsprechen in der gesamten Wertschöpfungskette

kompostierbare mode

Einmal nachhaltig, bitte!

Dass große Modeketten wie C&A oder Puma auf den nachhaltigen, umweltschonenden Zug aufspringen und nun auch kompostierbare Mode auf den Markt bringen, ist generell zu begrüßen. Zu Recht wird kritisiert, dass die Unternehmen den Großteil ihrer Produktionen aber nicht nach diesen Standards durchführen. Es ist nur ein geringer Teil der Produktion, der dann werbewirksam vermarktet wird. Greenwashing nennt man das.

Tatsächlich ist in der Branche zu beobachten, dass vor allem kleinere Unternehmen und solche mit langer Tradition auf eine nachhaltige Wertschöpfungskette achten. Ein Vorreiter auf diesem Gebiet ist das Schweizer Unternehmen FREITAG, das eine komplett kompostierbare Modelinie auf den Markt gebracht hat. F-ABRIC ist eine umweltfreundliche Kollektion, die lokal produziert wird, die Fasern bestehen aus Hanf und Flachs. Insgesamt fünf Jahre arbeiteten die Brüder Daniel und Markus Freitag mit ihrem Team an der Umsetzung. Solch ein Umdenken ist großartig. Selbst wenn die großen Modeketten nur deshalb nachziehen, weil sie einen Trend dahinter wittern, so ist die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema Nachhaltigkeit Gold wert.

kompostierbare Mode

Wir machen den Test 

Wir wollen es wissen. Funktioniert das Kompostieren wirklich? Dazu haben wir ein Sample von Calida bekommen und ein Shirt von C&A gekauft. Das Shirt von Calida ist das erste komplett kompostierbare Shirt mit Stoff aus 100% Zellulose, hergestellt in einem geschlossenen, besonders ressourcenschonenden Kreislauf aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Das ökologische Compo-Shirt aus 100% Tencel verspricht Nachhaltigkeit par excellence. Es ist mit „Made in Green by OEKO-TEX®“ ausgezeichnet und Cradle to Cradle zertifiziert. Zersetzen soll es sich innerhalb von 4-6 Monaten. Auch das C&A Shirt ist Cradle to Cradle zertifiziert. Es soll sich schon innerhalb von 12 Wochen zersetzen.

Unter großen Protesten von Vrenis Oma („Wie könnt ihr denn zwei nagelneue Shirt vergraben?!“) stapfen wir im Garten von Vrenis Eltern zum Kompost und führen die Shirts am 10. November dem Nährstoffkreislauf zu. An Heiligabend wird Vreni gemeinsam mit ihrer Familie einen ersten Blick auf den Kompost werfen und uns einen ersten Zwischenstand durchgeben. Wir sind gespannt!

 

Vreni ist Maître d'Internet, Sinnfluencer und trägt ihr Herz auf der Zunge. Seit fast einem Jahrzehnt bloggt sie sich durchs WWW und widmet sich mit Herzblut auch kritischen Themen in ihrer Branche.