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Afrika Reise

11 Tipps für eure Afrika Reise

Wer eine Afrika Reise plant, muss erst einmal überlegen, wohin es denn genau gehen soll. Denn Afrika ist der drittgrößte Kontinent unserer Erde. Reiseziele gibt es also viele.

Afrika Reise

Das Okavango-Delta in Botswana ist eine einzigartige grüne Oase und Heimat unzähliger Vogelarten und Wildtieren.

In 54 Staaten leben über 3.000 Bevölkerungsgruppen und es werden mehr als 2.000 unterschiedliche Sprachen gesprochen. Hinzu kommen kulturelle Unterschiede und das ein oder andere Fettnäpfchen. Damit ihr für eure Afrika Reise kulturell gut vorbereitet seid, habe ich 11 Tipps, die euch vor Überraschungen bewahren können.

11 Tipps für eure Afrika Reise

1. Wir lesen die Uhr, die Afrikaner leben die Zeit! Die meisten afrikanischen Kulturen haben ein anderes Verständnis von Zeit. Die Zeit verläuft nicht linear, wie bei uns, sondern zirkulär. Eine zirkuläre Zeitauffassung orientiert sich an natürlichen Zeitverläufen wie Tag und Nacht, Regen- und Trockenzeiten oder Fest- und Feiertagen. Das bedeutet, dass die Menschen mehr im Hier und Jetzt leben und nicht wie wir eine stringente Vorstellung der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft haben. Dadurch wird es euch häufig passieren, dass die Afrikaner*innen zu spät kommen, Treffpunkte nicht einhalten und Tagespläne anders verlaufen als gedacht. Nehmt es mit Gelassenheit, denn ändern könnt ihr es eh nicht. Vielmehr können wir uns eine Scheibe von den Afrikaner*innen abschneiden, um einen stressfreien Alltag zu erleben.

AfrikaDie Afrikaner*innen orientieren sich an der Sonne: Aufgestanden wird, wenn die Sonne aufgeht und das Camp sollte noch vor Sonnenuntergang erreicht werden.

2. Family First. In Afrika ist die traditionelle Großfamilie ein wichtiger Anker für die Menschen. Die Familie vermittelt moralische Werte, fängt Sozialfälle auf, sie dient als Mittelpunkt im Leben der Afrikaner*innen. Deshalb scheut euch auf eurer Afrika Reise nicht, euren afrikanischen Bekannten Fotos eurer Familie zu zeigen, sie freuen sich, dass euch die Familie wichtig ist, und sind keineswegs gelangweilt von Familienfotos.

3. Die Gemeinschaft ist den Afrikaner*innen sehr wichtig. Deshalb wird es ihnen sehr komisch vorkommen, wenn du dich alleine in dein Zimmer setzt. Den Begriff me-time kennen sie definitiv nicht.

Afrika

Eine Höhle im Matobo-Nationalpark mit gut zuerkennenden Tier-Felszeichnungen der San-Buschmänner.

4. Keine Angst vor beiläufigem Körperkontakt! Für viele Afrikaner*innen ist es im Alltag ganz normal, dass es zu kleinen Berührungen kommt. Wer schon mal in einem Taxi-Bus mitgefahren ist, weiß wovon ich rede. Gerade Kinder haben oft gar keine Scheu vor Körperkontakt. Was nicht heißen soll, dass ihr das so dulden müsst. Wenn es euch zu viel wird, dann macht das deutlich.

5. Die Menschen sind sehr hilfsbereit! Die Freundlichkeit der Afrikaner*innen ist kaum zu überbieten. Trotzdem solltet ihr nicht leichtsinnig sein. Steigt niemals bei fremden Menschen ein. Vermeidet es, nachts alleine herumzulaufen. Tragt nicht zu viel Bargeld bei euch. Alles Dinge, die ihr sowieso überall im Ausland beachten solltet.

Afrika

Diese Gurkenart (Cucumis Hirsutus) ist leider nicht essbar.

6. Handelt bei Preisen! Am besten ihr fragt zuerst bei jemandem nach, dem ihr vertraut, was der Preis für das Objekt eurer Begierde ist. Verlangt der Händler einen unverschämt hohen Preis, dann immer handeln! 

7. Zahlt nicht zu viel! Manchmal kommt euch ein Preis total billig vor und ihr zahlt gerne das Fünffache, weil es sich für euch nur um Centbeträge oder ein paar Euros handelt. Macht das nicht. Denn dadurch treibt ihr die Preise vor Ort in die Höhe, so dass Einheimische sich das Produkt oder die Dienstleistung nicht mehr leisten können. 

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Zwei Zebras im Hwange-Nationalpark in Simbabwe.

8. Respekt vor dem Alter! In Afrika sagt man, wenn ein alter Mensch stirbt, verschwindet eine Bibliothek. In der Familie ist der Älteste am Höchsten angesehen und so auch in der Gesellschaft. Deshalb begegnet älteren Menschen immer mit Respekt. Das ist übrigens auch bei uns in Deutschland eine nette Geste…

9. Lernt ein paar Wörter oder Sätze in der jeweiligen Sprache, das öffnet Herzen und zaubert ein breites Lächeln auf das Gesicht eures Gegenübers.

Afrika

Nickelback – unser Guide im Okavango-Delta.

10. Überdenkt euren eigenen Umgang mit Ressourcen und stellt euch darauf ein, dass die Menschen vor Ort ganz anders damit umgehen. So hat die Wasserknappheit in Südafrika zu einem Umdenken in der Gesellschaft geführt: Es ist ganz normal, einen Eimer in der Dusche stehen zu haben, um das Wasser aufzufangen und weiterzuverwenden. Geduscht wird so kurz wie möglich. Und die Toilette wird nur gespült, wenn etwas Großes drin schwimmt. Zum Händewaschen wird generell kein Wasser mehr verwendet, sondern ein desinfizierendes Gel. Haltet euch an diese Regeln, denn ihr seid nur zu Besuch.

11. Das musikalische Afrika! Schon in der Schule spielt Musik und Tanz eine große Rolle. Daher können die meisten Afrikaner*innen sehr gut singen und spielen dazu noch ein Instrument. Gerade am Lagerfeuer, in entspannter Atmosphäre, kann es euch passieren, dass ihr zum Singen und Tanzen aufgefordert werdet. Überwindet euch, denn das ist ein wichtiger Teil der afrikanischen Kultur.

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Camping-Romantik

Natürlich ist es ein Unterschied, ob ihr in Kapstadt oder in einem kleinem Dorf in Tansania verbleibt, ob ihr bei einer afrikanischen Familie unterkommt oder in einem Luxushotel schlaft. Afrika ist riesig. Möglichkeiten, das Land und die Leute kennenzulernen, gibt es sehr viele. Trotzdem hoffe ich, die Tipps helfen euch bei eurer Afrika-Reise, um die Kultur der Afrikaner*innen besser zu verstehen. Für mich war es vor allem das afrikanische Zeitgefühl, dass mich am Anfang ganz wuschig gemacht hat. Zurück im grauen Berlin vermisse ich die entspannte Haltung und das bewusste Leben im Hier und Jetzt.

Meine Afrika Tour

Ich bin zu erst nach Kapstadt geflogen und habe die ersten zwei Wochen genutzt um die Stadt und die Umgebung kennenzulernen (Der Kapstadt City Guide folgt bald). Anschließend ging es von Johannesburg mit Sunway Safaris in einem großen, knallrotem Truck über die löchrigen Straßen Simbabwes bis hoch zu den Viktoria Fällen. Von dort aus fuhren wir ins benachbarte Land Botswana hin zum Okavango Delta. Die geführte Camping-Tour dauerte 17 Tage, fast 5.000 Kilometer sind wir gefahren inklusive all der Tagestouren durch die verschiedenen Nationalparks. Sunway Safaris bieten vor allem in den südlichen Ländern geführte Touren an. Mein Tipp: Nehmt euch nicht zu viele Länder vor! Ich hatte oft das Gefühl, mehr im Auto zu sitzen, als wirklich vor Ort Land und Leute kennenzulernen. Für meine erste Afrikareise fand ich die geführte Tour ansonsten sehr gut. Trotzdem miete ich mir beim nächsten Mal lieber selbst ein Auto, denn dadurch ist man einfach viel freier und kann spontan den Tag planen. Insgesamt war ich einen Monat unterwegs, drei afrikanische Länder habe ich kennengelernt, eigentlich noch viel zu wenig, um zu sagen: „Ich war in Afrika.“

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Über 80 Elefanten zur Mittagsstunde am Wasserloch im Hwange-Nationalpark.

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Zwei Löwen im Hwange-Nationalpark.

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Flussfahrt auf dem Chobe River in Bostwana.

Eva kam durch Vrenis legendären Flohmarkt zu neverever.me - nach einem Praktikum war klar, hier möchte sie bleiben. Jetzt ist Eva heißgeliebter Bestandteil des Teams. Nachhaltigkeit und Veganismus sind ihre Herzensthemen. Wenn sie nicht bloggt, dann findet ihr sie in der Uni-Bibliothek, wo sie (mal mehr mal weniger fleißig) für ihre Bachelorarbeit recherchiert.