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Weltwassertag – 5 etwas andere Tipps zum Wasser sparen

Wasser marsch! Nein, bitte nicht. Wasser ist eine wertvolle Ressource, die wir zu oft achtlos verbrauchen. Deshalb gibt es heute anlässlich des Weltwassertages 5 Tipps wie wir Wasser sparen können.

Die Verfügbarkeit und Qualität von Wasser ändert sich aktuell dramatisch aufgrund des Bevölkerungswachstums, neuer Konsummuster sowie des Klimawandels – das wird zur größten Herausforderung für uns Menschen. Als kleines Kind schon brachten meine Eltern mir bei, dass Wasser wertvoll ist. Beim Zähneputzen lief selbstverständlich kein Wasser und auch beim Einshampoonieren der Haare wurde der Hahn abgedreht. Schon damals war mir bewusst, dass man Wasser nicht verschwendet. Dennoch verbrauchen wir Wasser wie die Bekloppten, 120 bis 190 Liter Trinkwasser fließen täglich pro Kopf durch die Leitungen in unserer Wohnung.

Was wir jedoch oft nicht auf dem Schirm haben, ist das so genannte virtuelle Wasser. Das ist der Wasserverbrauch, den wir nicht sehen, weil nirgendwo ein Hahn oder eine Maschine läuft. Deshalb möchte ich hier nicht auf die üblichen Waschmaschinen-, Klospülungs- oder Duschtipps eingehen, sondern vielmehr die Themen beleuchten, die eben nicht auf den ersten Blick einleuchtend sind. 120-190 Liter sind es wie oben erwähnt pro Person in unserer Wohnung, pro Tag verbrauchen wir jedoch um die 4.000 (!) Liter Wasser, ohne das aber wirklich zu merken. Ja, aber wie kann das sein?! Hopp, hopp zur Aufklärung.

wasser sparen

Charity Shirt von Stop The Water While Using Me (Presseaussand)

5 etwas andere Tipps zum Wasser sparen

1. Ihr wollt Wasser sparen? Dann esst weniger Rindfleisch, lasst den Avocado-Trend links liegen und trinkt euren Kaffee bewusster. Ein Kilo Rindfleisch verbraucht 15.000 Liter Wasser, ein Kilo Kakao ganze 27.000 und eine einzige Avocado etwa 500 Liter – vergleichsweise steht die Kartoffel mit 250 Liter pro Kilo super da. Hallöchen, Kartoffel.

Wenn man sich überlegt, dass der morgendliche Kaffee knapp eine Badewanne voll Wasser verbraucht, dann trinkt man doch das ein oder andere Tässchen weniger. Noch gravierender ist es beim 200g Rindersteak: hier verbraucht ihr rund 20 Badewannen!

2. Eine neue Jeans? Bitte zweimal nachdenken: Fast Fashion ist uncool. Weiß ich, trotzdem schwöre ich ihr noch nicht ganz ab – das Konsumopfer in mir ist manchmal noch stärker… Üble Arbeitsbedingungen, miese Löhne und giftige Chemikalien sind das eine, der hohe Wasserverbrauch das andere. Die Produktion einer einzigen Jeans verbraucht etwa 8000 Liter Wasser (dafür könntest du 16 Avocados essen – kleiner Scherz, bitte setzen und Punkt 1 lesen). 8000 Liter entsprechen ungefähr 50 vollen Badewannen. Dann trage ich lieber eine Jeans weniger und bade ein Jahr lang (i love Baden!). Je heller die Waschung der Jeans, desto mehr Wasser und auch Chemikalien werden verbraucht.

Checkt mal das Label Blue Ben, das ich kürzlich entdeckt habe. Die verbrauchen mit rund 350 Litern rund 90% weniger Wasser, als es bei herkömmlichen Sweatern der Fall ist. Im Bereich Beauty ist beispielsweise Stop The Water While Using Me spannend – die Marke setzt sich für weltweit sauberes Wasser ein.

3. Trinkt Leitungswasser! Unser Leitungswasser ist supergut. Wenn ihr den Hahn anzapft, spart ihr ungefähr 200 Flaschen Müll im Jahr. Wenn ihr es eklig findet, nutzt einen Filter. Ich habe mir den Leogant Wasserfilter eingebaut und besitze außerdem einen Sodastream, falls ich Lust auf Sprudel habe – schmeckt super und spart nicht nur Müll, sondern auch die Schlepperei.

4. Bye Bye Papier! Schnell mal zum Blatt gegriffen, um dir etwas zu notieren? Dann hast du gerade zehn Liter Wasser verbraucht, sofern es eine einzige A4 Seite war. Steig um auf die Notizen in deinem Smartphone oder am Laptop, so wie ich uns kenne, haben wir eh das ein oder andere Gerät immer zur Hand…

5. Verändert euer Denken. Sagt nicht, dass ihr Wasser verbraucht, denn ihr sollt es gebrauchen. Das Wasser wird einem Kreislauf zurückgeführt. Je weniger ihr diesen Kreislauf durch Energie, Chemikalien und Co. belastet, desto mehr Wasser spart ihr am Ende. Arzneimittel, Mikroplastik, Essensreste und Co. gehören nicht ins Abwasser. Steigt auf biologische Reinigungsmittel um, das hilft auch, unser Wasser sauberer zu halten. Die oberen vier Beispiele waren nur ein paar wenige, um uns das Problem zu verdeutlichen. Gehen wir nachhaltig und achtsam mit Wasser um!

Was geht mich das an?

Sofern du kein ignorantes Arschloch bist (was meine Leser nicht sind…), geht es dich so einiges an. Hier nur einige Punkte aus dem UNESCO Weltwasserbericht 2018, die aufzeigen, was auf unserer Erde los ist.

1. Derzeit leben schätzungsweise 3,6 Milliarden Menschen (51% der Weltbevölkerung!) in Gebieten, die voraussichtlich mindestens einen Monat pro Jahr von Wasserarmut betroffen sind. Diese Zahl wird Prognosen zufolge bis 2050 auf etwa 4,8 bis 5,7 Milliarden Menschen ansteigen.

2. 900 Millionen Menschen haben keinen sauberen Zugang zu Trinkwasser.

3. Zwar sind etwa 30% der weltweiten Landfläche noch bewaldet, doch mindestens zwei Drittel dieser Fläche sind heute in einem degradierten Zustand.

4. Seit dem Jahr 1900 sind schätzungsweise 64 bis 71% der natürlichen Feuchtgebiete weltweit durch das Wirken des Menschen verloren gegangen.

Wasser sparen geht uns also alle etwas an. Wobei es wie oben erwähnt nicht nur ein Sparen ist, sondern der aufmerksame und nachhaltige Umgang mit Wasser. Ich finde es wichtig, sich immer wieder vor Augen zu führen, wie unbewusst ich konsumiere. Nur so kann ich mein Verhalten dauerhaft ändern und das möchte ich gern.

Macht ihr mit?

Vreni ist Maître d'Internet, Sinnfluencer und trägt ihr Herz auf der Zunge. Seit fast einem Jahrzehnt bloggt sie sich durchs WWW und widmet sich mit Herzblut auch kritischen Themen in ihrer Branche.