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10 Tipps für einen Zero Plastik Haushalt

Wenn unser Plastik-Konsum mit der aktuellen Geschwindigkeit voranschreitet, haben wir im Jahr 2050 dreimal so viel Plastik im Meer als Fische. Ein Szenario, von dem wir nicht Teil sein wollen. Her mit den Zero Plastik Alternativen!

Jeder Deutsche produziert durchschnittlich 37kg Plastikmüll nur aus Verpackungsmüll pro Jahr. Jährlich werden in Deutschland 6 Milliarden Plastik-Tüten verbraucht. Insgesamt haben wir Menschen bisher rund 8,3 Milliarden Tonnen Plastik verbraucht. Diese Menge entspricht der Masse von: 822.000 Eiffeltürmen (10.100 Tonnen Einzelgewicht) oder 80 Millionen Blauwalen (104,5 Tonnen Einzelgewicht) oder 1 Milliarde Elefanten (7,5 Tonnen Einzelgewicht). Unfassbar.

Im Alltag fällt uns oft gar nicht auf, wie viel Plastikmüll wir tatsächlich produzieren. Ist etwas leer, kommt es in die Mülltonne und wird beim nächsten Einkauf wieder nachgekauft. Shampoos, Waschmittel, Zahnbürsten, Spülmaschinen-Tabs – die Liste lässt sich beliebig weiterführen, denn Plastik versteckt sich in unzähligen alltäglichen Gebrauchsgegenständen. Deshalb wollen wir Wissen: Gibt es Zero Plastik Alternativen? Die Antwort: Ja! Ja! Ja!

Bildquelle: Unsplash.com

10 Alternativen für euren Zero Plastik Haushalt

1. Zero Waste Shampoo: Haarseife oder festes Shampoo

Das Shampoo in einer Plastikverpackung hat ausgedient! Denn mit der festen Variante gibt es eine super Alternative, die ganz ohne Plastik auskommt. Zum einen gibt es die Haarseife, die auf Basis von verseiften Ölen das Haar reinigt. Das erfordert etwas Durchhaltevermögen, denn euer Haar muss sich erst an die neue Pflege gewöhnen. Ein kleiner Tipp: Reinigt euer Haar nach der Wäsche mit einer „sauren Rinse“ aus verdünntem Apfelessig oder Zitronensaft. Das hilft, damit die Haare weder fetten noch strähnig werden. Wem das zu viel Aufwand ist, der sollte das feste Shampoo testen. Festes Shampoo ist tatsächlich Shampoo in fester Form, welches ohne synthetischen Konservierungsstoffe und Silikone auskommt, und meist milder und besser verträglich ist. Ein schöner Nebeneffekt: Es gibt viele kleine regionale Unternehmen, die sich auf Shampoobars (auch Solidshampoo genannt) spezialisiert haben, wie die SauberKunst Seifenmanufaktur in Brandenburg. 

2. Waschmittel: Zero Plastik und umweltschonend

Wer beschäftigt sich schon gerne mit der schmutzigen Wäsche?! Für einen umweltschonenden und nachhaltigen Konsum, ist es aber entscheidend, solch alltäglichen Abläufe zu hinterfragen. Muss Waschmittel in Plastik verpackt sein? Welche Chemikalien werden verwendet? Mittlerweile gibt es einige Unternehmen, die sich Zero Plastik auf die Fahnen schreiben und sich somit für mehr Nachhaltigkeit einsetzen, wie das Unternehmen Villa Lavenda. Die in Hamburg ansässige Firma produziert Waschmittel komplett vegan, plastikfrei und ohne Tenside. Die Inhaltsstoffe des Waschmittels sind Wasch­soda, Kernseife, Natron, Salz sowie Seifenkraut. Somit ist das Produkt zu 100 Prozent abbaubar. Geliefert wird in Glasbehältern oder Papiertütchen (ohne Plastikbeschichtung). 

Zero-Plastik

Bildquelle: unsplash.com

3. Müllsäcke sind Müll

Wer Müll in Müll verpackt, verursacht unnötig Müll. Eigentlich ganz logisch. Eine Variante für Zero Plastik sind die biologisch abbaubaren Müllbeutel. Die reißfesten Müllbeutel werden ohne Erdöl hergestellt und es gibt sie in verschiedenen Größen. Zu kaufen gibt es diese in Biomärkten oder online, beispielsweise bei bio futura. Wer nicht so viel Geld für Müllbeutel ausgeben mag, der kann es ganz ohne probieren und den Müll direkt in den Treteimer geben. Das ist natürlich etwas aufwendiger, da nach jeder Entleerung der Eimer gereinigt werden muss, aber dafür absolut Zero Waste. Tipp: Legt euren Abfalleimer mit einem Stück Karton aus, dann fällt die Reinigung leichter.

4. Leitungswasser statt Mineralwasser? Dass gekauftes Mineralwasser eine bessere Qualität besitzt, als das Wasser aus dem Hahn, ist ein oft geglaubter Trugschluss. Die deutsche Trinkwasserverordnung legt verbindliche Grenzwerte fest, wodurch Leitungswasser zu einem der am besten kontrollierten Lebensmittel in Deutschland avanciert. So prüfte Stiftung Warentest 20 Mineralwasser und kommt dabei zu dem ernüchternden Ergebnis, dass mehrere Produkte Verunreinigungen aufweisen. Wer auf Leitungswasser umsteigt, muss also defitiniv nicht um seine Gesundheit fürchten. Dazu kommt der positive Verzicht auf Plastikflaschen, die oftmals lange Transportwege zurücklegen. Ein weiterer Pluspunkt: Keine Flaschen mehr vom Supermarkt nach Hause schleppen. Eine Win-Win-Situation und dazu noch Zero Plastik!

Zero Plastik

Bildquelle: unsplah.com

5. Alternative Zahnbürsten

Vorweg: Die zu 100% kompostierbare Zahnbürste gibt es noch nicht. Dafür einige tolle Modelle, die auf jeden Fall eine ökologischere Alternative darstellen. Die Rede ist von Bambuszahnbürsten. Onlineshops, wie baumfrei.de oder hydrophil.com, legen Wert auf Transparenz und versuchen durch nachhaltige Produkte, wie der Bambuszahnbürste, die Umwelt zu schonen. Einen tollen Vergleichstest der Zahnbürsten findet ihr auf dem Zero Waste Blog wastelandrebel. 

6. Putzmittel

Glasreiniger, Scheuermilch, WC-Reiniger oder doch der Badreiniger? In den meisten Wohnungen stehen viele bunte giftige Plastikflaschen mit den unterschiedlichsten Funktionen. Dabei sind diese gar nicht nötig, denn anstatt aggressiver chemischer Reiniger können einfache Hausmittel zum Putzen verwendet werden. Hierzu eignen sich beispielsweise Essig, Zitronensäure, Soda und Natron. So ist Zitronensäure ein wahres Wundermittel und kann als Entkalker für Kaffeemaschinen oder Waschmaschinen dienen. Ebenso ist Zitronensäure hilfreich, um gelbliche Flecken aus weißer Kleidung zu entfernen, um eingebrannte Töpfe zu reinigen und auch für das WC ist die Zitronensäure als Reiniger geeignet. Generell sollten wir uns fragen, ob es überhaupt sinnvoll ist, die ganze Wohnung mit hochkonzentrierten Chemiekeulen zu putzen – ganz abgesehen vom Plastikmüll. Denn Bakterien sind nicht unbedingt schlecht für uns Menschen, helfen sie vielmehr das Immunsystem zu stärken. 

7. Spülmaschinentabs

Jedes einzelne Tab ist in Plastik verpackt. Das muss nun wirklich nicht sein, denn es geht auch ohne. Mit dem Alleskönner Waschsoda könnt ihr ganz einfach euer Spülmittel selbst herstellen. Was ihr dafür braucht ist Waschsoda, Zitronensäure und Natron. Alles Hausmittel, die schon die Putzmittel ersetzen. Wem das zu viel Aufwand ist, dem empfehle ich die Ecover Classic Spülmaschinentabs, die zwar noch einzeln verpackt sind, dafür aber um längen umweltfreundlicher als herkömmliche Tabs. Falls jemand einen Tipp hat, wo es Spülmaschinentabs ganz ohne Plastik gibt, immer her damit! 

8. Kaffekapseln gehören verboten

Kaffeekapseln verursachen jede Menge Müll. So befinden sich in einer Kapsel durchschnittlich sieben Gramm Kaffee. Sieben Gramm! Zum Vergleich: Handelstypische Verpackungen beinhalten 500g Kaffee. Das ist zum einen viel kostengünstiger als die Kapseln und zum anderen um einiges umweltschonender. 

9. Menstruationscup statt Tampon

Es ist schön zu sehen, dass die Menstruationstasse auf dem Vormarsch ist, denn Tampons stellen eine große Belastung für die Umwelt dar. Wenn wir uns vorstellen, dass der Müll den wir weltweit anhäufen durch die Plastikbestandteile für hunderte von Jahren auf unsere Erde verweilt, dann sollte wir jede Möglichkeit nutzen unseren Müll zu reduzieren. Die Menstruationstasse ist so eine tolle Möglichkeit, die übrigens fast zeitgleich mit dem Tampon entwickelt wurde. Lunette oder Ruby Cup sind Firmen, die solche Cups herstellen. Mittlerweile führen auch die gängigen Drogeriemärkte Menstruationstassen in ihrem Sortiment.

BIldquelle: Ruby Cup

10. Byebye Alufolie

Aluminium ist leicht, biegsam, hitzebeständig und leitfähig und daher ein beliebtes Produkt in den deutschen Haushalten. Dabei ist die Gewinnung von Aluminium stark umweltbelastend. Hinzukommt die Vermutung, dass Aluminium auch für unsere Gesundheit schädlich ist. Anstatt unsere Brotzeit in Aluminium zu verpacken, benutzt doch lieber Brotboxen aus Glas oder Edelstahl. Wer auf das Verpacken der Mahlzeit nicht verzichten mag, für den ist die wiederverwendbare Brotverpackung von Bee’s Wrap eine gelungene Alternative. Bee’s Wrap wird aus Bio-Baumwoll-Musselin, Bienenwachs, Jojobaöl und Baumharz hergestellt. Das Wachstuch ist flexibel, lässt sich einfach reinigen und hat eine Lebenserwartung von circa einem Jahr. 

Ich hoffe die Zero-Plastik-Tipps helfen euch den Alltag plastkfreier zu gestalten. Am Anfang wirken manche Alternativen, wie das selbstgemachte Spülmittel sehr aufwendig, aber im Gebrauch ist es dann doch ganz einfach. Probiert es aus! Die Umwelt dankt es uns allen.

Eva kam durch Vrenis legendären Flohmarkt zu neverever.me - nach einem Praktikum war klar, hier möchte sie bleiben. Jetzt ist Eva heißgeliebter Bestandteil des Teams. Nachhaltigkeit und Veganismus sind ihre Herzensthemen. Wenn sie nicht bloggt, dann findet ihr sie in der Uni-Bibliothek, wo sie (mal mehr mal weniger fleißig) für ihre Bachelorarbeit recherchiert.