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Fashion Week – 10 nachhaltige Labels To Watch

Und schon wieder ist die Berlin Fashion Week vorüber. Was bleibt, sind die Eindrücke und Vorfreude auf die kommenden Kollektionen. Ganz besonders freue ich mich, dass die nachhaltigen Labels wieder eine Schippe drauf gelegt haben. Deshalb möchte ich euch meine 10 Highlights der Neonyt – die Messe für nachhaltige und faire Mode – nicht vorenthalten.

Neo – was?

Die Neonyt bringt während der Berlin Fashion Week innovative, nachhaltige Labels zusammen. Die Wortkreation Neonyt leitet sich aus dem altgriechischen Wort „neo“ (dt. neu, revolutionär) und dem skandinavischen Wort „nytt“ (dt. neu) ab. Also das „erneuerte Neu“. Die Veranstalter*innen der Neonyt möchten mit dem Kunstwort den fundamentalen Transformationsprozess, der innerhalb der Mode- und Textilbranche stattfinden muss, hervorheben. So finden sich auf der Messe viele tolle nachhaltige Labels, die bereits ein Umdenken vollzogen haben. Mode, die nicht nur toll aussieht, sondern ressourcenschonend und mit qualitativ hochwertigen Materialien hergestellt wird. Natürlich spielen auch die sozialen Aspekte eine wichtige Rolle. Werden alle Arbeiter*innen fair entlohnt? Wie sind die Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten? 

Das neue Öko

Öko-Mode hatte früher einen sehr biederen und irgendwie beigen Beigeschmack. Denn die Mode gab es vor allem in Naturtönen mit langweiligen Schnitten zu kaufen. Insgesamt ließ die Auswahl ziemlich zu wünschen übrig und auch sonst hatte nachhaltig gefertigte Kleidung ein sehr verstaubtes Image. Damit ist es nun aber definitiv vorbei. Öko-Mode heißt nun Sustainable Fashion. Und wie der Name schon verrät, hat ein Wandel innerhalb der Fair Fashion Szene stattgefunden. Ein Trend, würden viele behaupten. Eine Bewegung, sagen andere. Ich sage, es geht kein Weg mehr an nachhaltiger Mode vorbei.

10 nachhaltige Labels To Watch

KOMANA

Die schönsten Prints gab es auf der Neonyt bei KOMANA. Die Gründerinnen (und Schwestern) Nina und Livia entwickeln und produzieren die Druckentwürfe mit einer traditionellen Methode und arbeiten mit Collage, Freihandzeichnen und Pinsel. Danach werden die Textilien entweder digital, mit Siebdruck oder Holzschnitt gedruckt und in London und Jaipur in Indien gefertigt. Team Neverever ist verliebt – vor allem in das Kleid mit dem tollen Augen-Print.

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ECOALF

In 2009 gründete Javier Goyeneche das nachhaltige Label Ecoalf als Reaktion auf die übermäßige Nutzung der weltweiten, natürlichen Ressourcen und die Menge an Abfällen, die von den Industrieländern produziert wurden. Es geht auch anders. Das wollte Goyeneche zeigen und produziert seitdem aus recycelten Materialien wunderschöne Mode. Mir sind vor allem die neuen Sneakers aufgefallen, die in drei verschiedenen Farben (Weiß, Rosé und Anthrazit) auf den Markt kommen.

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MELAWEAR

Wirtschaft muss und kann einen aktiven Beitrag zur Lösung globaler, ökologischer, sozialer und ökonomischer Herausforderungen leisten. Mit dieser Überzeugung setzt sich MELAWEAR für fairen Handel und ökologische Produktherstellung ein. Viele Unternehmen sagen solch gut klingenden Dinge, doch wie können wir Verbraucher*innen erkennen, das ein Label wirklich so agiert? Das Zauberwort lautet Transparenz. Auf der MELAWEAR-Website findet ihr einiges zur fairen Herstellung. Außerdem lohnt es sich in den Melawear-Podcast  „Step into the Future“ reinzuhören. Dort geht es um Mode, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Wandel und wie all das zusammenspielt. Ach ja, und die Mode, insbesondere die Rucksäcke, sehen natürlich auch super schick aus!

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JAN ’N JUNE

Die beiden Designerinnen Juliana „Jula“ Holtzheimer und Anna Bronowski hatten die Idee zu ihrem nachhaltigen Modelabel noch während des Studiums. Aus der Idee ist Jan ’n June entstanden. Ein Label, das es versteht minimalistische Designs und super sitzende Schnitte umzusetzen und dabei fair und ökologisch zu handeln. Auf der Neonyt konnte ich einen Blick auf die neue Designs werfen. Das Label bleibt seiner Linie treu und wirkt dabei doch etwas reifer. Love it!

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Mehr zur Gründung von Jan ’n June und wie es ist, ein nachhaltiges Modeunternehmen aufzubauen, könnt ihr im Podcast Morgenmacher auf Spotify hören.

CALIDA

Wir haben euch CALIDA bereits in einem anderen Blogbeitrag vorgestellt. Damals hat Vreni eines der kompostierbaren Shirts des Labels bei ihren Eltern im Garten verbuddelt. Ergebnis: Innerhalb weniger Wochen hat sich das Kleidungsstück komplett aufgelöst. Auch die neue Unterwäsche-Kollektion ist komplett kompostierbar und sieht dazu noch spitzenmäßig aus. CALIDA produziert und entwickelt sämtliche Produkte in Sursee in der Schweiz. Im Vordergrund stehen der Tragekomfort und natürlich die ökologische Herstellung der Produkte. Wir sind absolut überzeugt!

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NIC LODZ

Ein weiteres Highlight sind die Mäntel des nachhaltigen Labels Nic Lodz. Ich habe Vreni gar nicht mehr von dem Stand wegbekommen, so sehr haben ihr (und mir) die bunten Mäntel gefallen. Die Muster auf den Textilien entstehen durch das Verweben von Garnen – eine gestrickte Jacquard-Technik. Bisher gibt es lediglich einen polnischen Onlineshop, aber mit Google-Translate sollte das kein Hindernis darstellen.

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DEDICATED

Das Label hat erkannt wie katastrophal die konventionelle Textilherstellung für die Umwelt und die involvierten Arbeiter*innen ist. Deshalb garantiert Dedicated faire und sichere Arbeitsbedingungen vom Baumwoll-Bauer bis hin zum Fabrikarbeiter. Und die Mode? Die ist ziemlich bunt, mit Slogans und witzigen Prints versehen. Ich bin jedenfalls schockverliebt, vor allem in den bunten Zweiteiler.

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ULSTO 

Mit pflanzlichen und langlebigen Materialien fertigt UlStO in Deutschland Taschen und Accessoires an. Der Slogan Cork to Carry kann hier wörtlich genommen werden. Auch wenn Kork bei manchen eher eine langweilige Assoziation hervorrufen mag, ist das deutsche Label doch weit davon entfernt. Die komplett tierfreien Produkte sind ein wahrer Hingucker. Besonders die runde Tasche MACRA hat es mir angetan. Im Onlineshop findet ihr übrigens auch eine Kork-Yoga-Matte, Schmuck und könnt euch sogar eine kostenlose Kork-Probe bestellen.  

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BOOCHEN – BOO SURFWEAR

Was wäre diese Auflistung ohne nachhaltige Bademode? Irgendwie unvollständig. Deshalb darf an dieser Stelle boochen nicht fehlen. Das Label ist mir bereits im Januar im Fashion Exchange Showroom aufgefallen. Dort zeigte das Unternehmen aus Nylon-Waste gefertigte Leggings, die sich zum Surfen genauso wie für die nächste Yoga-Session eignen. Auch die Badeanzüge und Bikinis bestehen aus recycelten Materialien und sitzen super gut am Körper. Dabei steht Boo für blue ocean obsessed. Ziel ist es, den Ozean zu schützen und dabei den Spaß nicht zu vergessen. Ich freue mich auf meine nächste Surf-Stunde, in der nichts verrutscht und alles nachhaltig an seinem Platzt bleibt.

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WILD FAWN JEWELLERY

Zum Schluss möchte ich euch noch ein nachhaltiges Schmucklabel vorstellen. Emma Barnes gründete 2015 Wild Fawn Jewellery. Seitdem produziert sie mit einem kleinen Team jedes Schmuckstück in ihrem Londoner Studio. Dabei wird ausschließlich mit Fairtrade-Gold oder recycelten Materialien gearbeitet. Der Schmuck ist relativ schlicht und jagt keinen Trends hinterher. Nachhaltigkeit bedeutet eben auch weniger zu konsumieren und Dinge länger zu tragen.

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Bildquelle: www.wildfawnjewellery.com

Es ist wirklich unglaublich, welche Entwicklung es in der fairen Modeszene derzeit gibt. Viele kleine nachhaltige Labels zeigen, wie es ökologisch und sozial nachhaltig gehen kann.

Eva kam durch Vrenis legendären Flohmarkt zu neverever.me - nach einem Praktikum war klar, hier möchte sie bleiben. Jetzt ist Eva heißgeliebter Bestandteil des Teams. Nachhaltigkeit und Veganismus sind ihre Herzensthemen. Wenn sie nicht bloggt, dann findet ihr sie in der Uni-Bibliothek, wo sie (mal mehr mal weniger fleißig) für ihre Bachelorarbeit recherchiert.