Meine Abmahnung – ein erster Zwischenstand

Täglich bekomme ich von euch mehrere Nachrichten auf allen Kanälen was denn nun Stand der Dinge bei meiner Abmahnung sei. Endlich kann ich euch einen ersten Zwischenstand geben.

Professionelle Unterstützung

Ich habe mir einen Rechtsanwalt besorgt. Aber nicht irgendeinen. Als die Prada Tasche unter den Anwaltskanzleien habe ich Schertz Bergmann beauftragt und fühle mich jetzt ein bißchen wie Robin, wenn er mit Batman on Tour ist. Wir stehen erst am Anfang und müssen sehen, wie wir Gotham City vor den Mad Men schützen. Nachdem die erste Frist abgelaufen ist, haben wir dem Verband sozialer Wettbewerb (VSW) mitgeteilt, dass ich ich die Unterlassungserklärung nicht abgeben werde. Das hat den simplen Grund, dass ich von keinem der verlinkten Accounts für diese Bilder bezahlt wurde, sondern die Tags als redaktionelle Serviceleistung setze.

Wenn ihr vom VSW abgemahnt werdet, solltet ihr das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Dieser Verband geht meist sehr aggressiv vor und arbeitet seit Jahren mit derselben Kanzlei, nämlich Burchert & Partner Berlin, zusammen. Auf der Website der Kanzlei heißt es: “Burchert & Partner verfügen aus mehreren zehntausend wettbewerbsrechtlichen Auseinandersetzungen über einen umfassenden Erfahrungsschatz, gewonnen in mehr als 30jähriger Tätigkeit auf diesem Fachgebiet.” Es handelt sich hier um Spezialisten, deren Arbeit ihr nicht als Abzocke abtun könnt. Nicht jedes Abmahnschreiben ist berechtigt. Das zu beurteilen solltet ihr jedoch wiederum eurem Spezialisten, nämlich einem Anwalt, überlassen.

Wie geht es nach der Abmahnung weiter?

Seit ich mich öffentlich zu meiner Abmahnung geäußert habe, wandten sich einige Kollegen an mich, die ebenfalls mit dem VSW kämpfen. Diese Kollegen haben bereits mehrere tausend Euro an Gerichts- und Anwaltskosten verloren. In meinem Falle wird es voraussichtlich ähnlich ablaufen wie bei den anderen: Weil der VSW unbedingt möchte, dass ich eine Unterlassungserklärung abgebe (warum genau, erkläre ich euch gleich…), wird wahrscheinlich irgendwann eine einstweilige Verfügung ins Haus flattern. Die einstweilige Verfügung kann durch ein Gericht entweder durch Beschluss (ohne mündliche Verhandlung) oder durch Urteil (nach mündlicher Verhandlung) erlassen werden. Wenn es so weit kommen sollte, dann werde ich euch natürlich nochmal ein Update geben.

abmahnung

Ein wenig Hintergrundwissen zum VSW und zu Unterlassungserklärungen

Der VSW beschreibt sich auf seiner Website als “politisch ungebunden und wirtschaftlich unabhängig”. Der Verband “verfügt über eine solide, ausreichende finanzielle Ausstattung und trägt sich […] bislang uneingeschränkt aus eigenen Mitteln, insbesondere durch Mitgliedsbeiträge und Spenden sowie den Einnahmen aus Abmahnungen, Vertragsstrafen oder Vergleichszahlungen. Der Verband ist selbstlos tätig und verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Zwecke.”

Genau auf diese Vertragsstrafe möchte ich noch einmal eingehen. Unterschreibt ihr nämlich die Unterlassungserklärung, so müsst ihr ALLE eure Instagram Beiträge auch rückwirkend kennzeichnen – egal ob es 10 Bilder sind oder 10.000. Das sagt euch der “soziale” Verband aber nicht. Der lauert nämlich wohl darauf, dass ihr den Vertrag brecht, um euch dann im Einzelfall pro Verstoß bis zu mehreren tausend Euro Strafzahlung aufzufordern; so ist es jedenfalls einer lieben Kollegin von mir passiert.

Ich wollte mir ein noch besseres Bild machen und freute mich, als ich auf der sehr übersichtlichen Seite des VSW folgenden Hinweis fand: “Möchten Sie einen Blick auf die Kurzfassung des Rechenschaftsberichtes werfen? Klicken Sie dazu auf Geschäftsbericht.” Dieser Klick ergibt allerdings Folgendes:

abmahnung vsw

Düdümm.

Ein Dankeschön zum Schluss

Eure vielen Nachrichten und Verlinkungen auf Instagram als Feedback zu meiner Abmahnung erfreuen und motivieren mich jeden einzelnen Tag. Es ist der Wahnsinn, dass wirklich 99% eurer Nachrichten Zuspruch an mich sind. Das zeigt mir, dass wir, die wir die Plattform nutzen, verstehen, wie es mit der Transparenz funktioniert. Das eine Prozent waren übrigens keine negativen Nachrichten, sondern nur kritische Nachfragen, mit denen ich mich auch gerne und konstruktiv beschäftigt habe.

abmahnung transparenz

Ausgeflippt bin ich beim Brief einer Followerin, die mir zwei transparente Ansteckschleifen schickte, die sie genäht hat. Hintergrund war eine Instastory, in der ich euch mit Augenzwinkern ankündigte, bald meine besten Gerichtsoutfits im Vrenistyle zu zeigen. In ihrem zweiseitigen Brief erklärt sie, dass ich in ihren Augen für Transparenz und richtige Kennzeichnung stehe und sie mir deshalb Unterstützung für meinen Gerichtslook schickt. Das war echt ganz schön krass und hat mich umgehauen. Danke Jessica!

Der vielleicht schönste und ausdrucksstärkste Support kam Ende letzter Woche von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. Die möchten nämlich, dass ich bei einem Panel auf der Media Convention Berlin auftrete, die gemeinsam mit der re:publika stattfindet. Thema? Transparenz natürlich. Als ich die Anfrage bekommen habe, hatte ich fast Pipi in den Augen vor Freude. Für mich ist das viel mehr als eine Einladung. Es ist ein Zuspruch.

DANKE!

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4 comments on “Meine Abmahnung – ein erster Zwischenstand

    • Hello du Liebe,
      nein noch nicht. Aber ich möchte sie auch gern um eine Stellungnahme bitten und werde ihnen schreiben. Es ist natürlich spannend, ob Instagram auch alle Tags als Werbung ansieht, so wie es der VSW tut. Das kann ich mir allerdings nicht vorstellen.

  1. Erst einmal danke für den Artikel! Aber ALLE Bilder nachträglich mit Werbung kennzeichnen – oder nur die Werbebilder? Welchen Sinn macht es, jedes Bild zu kennzeichnen? Sind die dumm?
    Die Gesetze fordern eine klare Abgrenzung von Werbung und redaktionellen Beiträgen für den Leser. Kurz: Transparenz. Wie ist das gegeben, wenn einfach überall Werbung drunter steht?
    Ich bin SO SO WÜTEND!

    • Hey liebe Luise,
      ich kennzeichne gerade alles, wenn ich nicht auf Tags verzichten will. Für mich ist das aber auch unsinnig. Wenn alles gekennzeichnet wird, nämlich auch keine bezahlten Beiträge, dann kann man auch gleich nichts kennzeichnen. Die Transparenz wird dadurch garantiert nicht besser, im Gegenteil, es verwirrt die User noch mehr.
      Ich hoffe so sehr, dass es hier bald eine Klärung gibt, die allen hilft.
      Liebste Grüße,
      deine Vreni

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